Start Koran 10 Fragen und Antworten

Aus dem Koran

55:1-2 Der Gnädige lehrt den Koran.

75:19 Dann ist es Unsere Aufgabe, seine Bedeutung darzulegen.

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10 einleitende Fragen und ihre Antworten zum Islam PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Kerem Adıgüzel   
Mittwoch, den 24. Dezember 2008 um 19:59 Uhr
Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verstoßenen Teufel,
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

1. Muslime beten zu "Allah". Ist Allah derselbe Gott wie der von Christen und Juden?
Ja, Allah ist Gott, der Schöpfer, also derselbe Gott wie der von Christen und Juden.[1] Allah ist lediglich das arabische Wort für Gott und symbolisiert/bezeichnet keine andere Gottheit. Wenn arabische oder arabischsprechende Christen oder Juden Gott anbeten wollen, sagen sie "Allah". Es gibt Muslime, die es ablehnen, das Wort Gott zu gebrauchen. Dies kann gewiss einen Eindruck vermitteln, dass "Allah" eine komplett andere Gottheit sei. Ihre Beharrlichkeit ist ein Fehler, da der Koran uns dazu ermutigt: "Nennt Ihn GOTT oder nennt Ihn den Gnädigsten; welchen Namen ihr auch braucht, Ihm gehören die schönsten Namen."[2]



2. Glaubt ihr, dass Nichtmuslime in den Himmel gehen?
Ja, Gott versichert uns, dass es Gläubige in allen verschiedenen Gruppen gibt, die in den Himmel gelangen. Die Worte Islam und Muslim sind mehr als nur Eigennamen/Bezeichnungen. Sie sind die Beschreibung für die vollständige Hingabe zu Gott allein. Der deutsche Begriff für Islam ist Hingabe/Ergebung, was von einem Ergebenen zu Gott allein praktiziert wird.[3] Es gibt Ergebene, die aus christlichem, jüdischem, buddhistischem, hinduistischem oder aus einem anderen Hintergrund abstammen. Alle Ergebenen, die sich Gott allein widmen, ohne jegliche Idole aufzustellen, werden von Gott rein gewaschen, erlöst.[4] Deshalb sagt uns die Schrift Gottes, der Koran, dass Seine ergebenen Anbeter, ganz gleich wie sie sich nennen mögen, in den Himmel gehen.



3. Wie ist das Wesen des Teufels zu verstehen? Ist er etwa ein Dämon?
Der Teufel ist laut Koran keine Person oder kein fixes Wesen außerhalb von uns. Er steht eher für den Mangel an Gutem in uns; er ist unsere schlechte Seite, die schlecht zu uns redet. Der Teufel unterliegt jedoch der Kontrolle Gottes, wenn wir also mit reinem Herzen an Gott und an Seine Barmherzigkeit glauben, müssen wir den Teufel nicht fürchten.[5] Der Koran zeigt uns, dass wir Zuflucht bei Gott suchen sollen vor dem Teufel, also vor den eigenen Mängeln, die wir wegen dem "Teufel in uns" (und auch um uns) haben – damit z. B. eine Arbeit nicht von diesen Einflüssen belastet wird, um möglichst objektiv zu sein. Der Teufel ist das Abgleiten vom Weg des Lichts – die Versuchung dem Materiellen zu erliegen, statt sich auf Gott zu konzentrieren. Deshalb suchen wir Zuflucht vor dem Teufel, damit unser Herz möglichst rein ist.[6] Die Schöpfung von Satan (im Koran "Iblis" genannt) wird im Koran metaphorisch beschrieben, dass er aus "Feuer" erschaffen wurde.



4. Wieso müssen muslimische Frauen Kopftücher tragen?
Nirgends im Koran wird befohlen, dass sie ihre Haare, Arme etc. bedecken sollen. Die religiöse Vorschrift des Kopftuchs, oder Hijab (sprich: Hi-dschab), kommen von außerkoranischen Quellen; hauptsächlich von den Verordnungen der Religionsgelehrten und Hadith.[7] Nichtsdestotrotz ist es nicht falsch, Kopftücher wegen kultureller Tradition zu tragen. Es sollte also nicht ausgesagt werden, dass Kopftücher nicht getragen werden dürften. Die Kleidungsgebote des Koran lauten wie folgt:
1- Die beste Bekleidung ist die Bekleidung der Rechtschaffenheit; für Männer und Frauen.
2- Frauen sollten ihre Brüste bedecken und nur das zum Vorschein bringen, was nötig ist (Sittsamkeit implizierend).
3- Frauen können ihre Bekleidung verlängern, um als rechtschaffen erkannt zu werden.
4- Frauen UND Männer sollen ihre Blicke unterdrücken und ihre Keuschheit/Reinheit bewahren.[8]



5. Was sagt der Islam über Selbstmordattentate, Flugzeugentführer und Terrorismus im Allgemeinen?
Gott sagt uns im Koran, dass wir uns nicht selbst töten sollen[9], dass das Leben heilig ist[10] und dass wir nicht überschreiten sollen[11]. Wenn jemand uns angreift und bekämpft, können wir uns selbst verteidigen, aber wir haben keine Erlaubnis mehr zum Kampf, wenn sie sich entscheiden den Krieg zu unterlassen.[12] Wir dürfen auch keinen Gläubigen töten; bevor wir also zurückschlagen, müssen wir absolut sicher sein. Die Meinungs- und Religionsfreiheit ist des Weiteren eines der Hauptprinzipien des Koranischen Islam. Die Menschen können aufgrund ihres Glaubens nicht bestraft oder zu irgendetwas gezwungen werden. [13] Alles in allem bedeutet das, dass Selbstmordattentate, Flugzeugentführungen und Terrorismus anti-islamisch sind.



6. Was sind die verschiedenen Richtungen im Islam und wie unterscheiden sich ihre Glaubensauffassungen?
Laut Schrift unterstützt Gott es nicht, sich in Gruppen zu spalten. Eigentlich rät Er davon ab, Seine Religion zu teilen.[14] Einige der Gruppen heißen: Sunniten, Schiiten, Ismailiten, Ahmadiyas, Sufis, Wahhabiten, Aleviten, Kharidschiten etc. Diese Parteien entstanden entweder durch politische Differenzen oder wurden von Führern gegründet, die entschieden haben, dass ihre religiöse Interpretationen die rechtgeleitetsten seien. Dadurch wurden die Anhänger dazu verpflichtet, sich von der breiteren und allgemeineren religiösen, im Koran vorgeschriebenen Praxis abzuwenden.[15] Aufgrund dieser Sachverhalte bildete sich eine Gruppe, die zu den Ursprüngen zurückkehren und sich Gott allein hingeben will, statt falschen Führern.[16]



7. Was sind die prinzipiellen Unterschiede zwischen Islam und den anderen zwei Hauptreligionen des Monotheismus, Christentum und Judentum?
Die monotheistischen Religionen hatten Propheten und Gesandte, welche dieselbe Botschaft brachten: dass sich Gläubige Gottes allein Ihm hingeben, Ihn allein lieben sollen. Diese Proklamation wurde von Abraham, Jakob, Moses und allen Propheten Gottes verkündet.[17] Deshalb glauben Muslime an alle Propheten und an das, was durch sie überliefert wurde.[18] Einigen Gesandten wurde auferlegt, einige kleinere Aspekte der von Gott autorisierten Religion zu entfernen oder hinzuzufügen[19], jedoch bewirkten diese von Gott erlaubten Änderungen nicht eine vollständig andere Religion.[20] Es sind die menschengemachten Verordnungen, die solch große Unterschiede zwischen den monotheistischen Religionen erzeugen.[21] Gewiss, würden die unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften Gottes Gesetze und Schrift allein einhalten, würden sie nur minimale unterscheidende Merkmale und stattdessen mehr Gemeinsamkeiten aufweisen.[22]



8. Ist der Islam nicht die Religion, dessen Buch die Anhänger dazu anstiftet, die Christen zu töten? Wie können Muslime in der westlichen Gesellschaft integriert werden, wenn sie Christen töten sollen? Wie kann ich glauben, dass der Islam eine Religion von Barmherzigkeit und Frieden ist, wenn sie offensichtlich nicht barmherzig und friedfertig gegenüber Frauen ist? Wenn sie wirklich so sein würde, wieso wird dann den Frauen in den Ländern des Mittleren Ostens nicht erlaubt, kurzärmelige Kleidung zu tragen, in die Schule zu gehen oder Spiele zu spielen, was den Männern ja erlaubt ist?
Den Muslimen wird auf keinen Fall und nirgends im Koran auferlegt, Christen zu töten. Gottes gerechtes System erlaubt das gesetzmäßige Töten nur für die Selbstverteidigung, wenn auch einige selbsternannte Muslime die Verse missbrauchen, welche die Selbstverteidigung ansprechen. Sie haben die Bedeutungen verfälscht um nach Belieben zu verletzen, zu unterdrücken oder zu töten. Der Koran kritisiert Aggression ohne Grund[23] und zieht die friedliche Koexistenz mit anderen vor.[24] Deshalb verstehen wir, dass diese Verse nur für Kriegssituationen bestimmt sind, wenn ein Angriff stattgefunden hat[25], während zur selben Zeit Aggression und Unterdrückung aufs Schärfste verurteilt werden [26]. Gegenwärtige Muslime, die dem Koran folgen, werden wissen, dass es deutsche Gläubige gibt. Des Weiteren denken sie, dass das europäische System mit den vielen gewährleisteten Freiheiten und keinem Zwang in der Religion die angemessene Einhaltung von Gottes Gesetzen ist.[27]

Die unterdrückenden Verordnungen in einigen Ländern des Mittleren Ostens gehen gegen die Gesetze Gottes.[28] Nicht nur Gott spezifiziert im Koran, dass Frauen und Männer gleich zueinander sind, sondern auch die Diener Gottes müssen miteinander höflich umgehen. Unterdrückung ist absolut inakzeptabel.[29]



9. Ich habe davon gelesen, dass es gewisse Säulen des Islam gibt. Was sind diese Säulen des Islam? Sind sie besondere Rituale?
Die "Säulen" des Islam sind die religiösen Hauptpraktiken, die durch Abraham eingeführt wurden, lange vor dem Koran und Mohammed.[30] Diese fünf religiösen Praktiken sind die Kernpraktiken des Islam und werden von den Gottergebenen mit Gottvertrauen verrichtet.[31] Diese Praktiken sind:
1- Das Glaubensbekenntnis zu Gott (auf arabisch: Schahadah). Diese Erklärung lautet: "Es gibt keine Gottheit außer Gott."[32]
2- Drei Kontaktgebete (arabisch: Salât) pro Tag.[33] Ein Versammlungsgebet wird zusätzlich anstelle eines einmaligen Mittaggebets angeordnet.[34]
3- Die Wohltätigkeit, Almosen (ar.: Zakat).[35]
4- Die Einhaltung des Fastenmonats (Ramadan).[36]
5- Die einmalige Pilgerfahrt im Leben eines Ergebenen (Hadsch).[37]
Anmerkung: Um die Übersichtlichkeit für den Leser zu gewährleisten, haben wir uns an das traditionelle Schema der "5 Säulen" gehalten. Diese sind ein wichtiger Bestandteil des Islam im Koran, jedoch wurde ihre Bedeutung dahingehend verzerrt, dass mensch ein Gottergebener (Muslim) sei, wenn mensch sich an die 5 Säulen hielte. Wir finden im Koran etliche Verse, die die Charaktereigenschaften und das Verhalten eines Muslim beschreiben, welche nicht in "Säulen" zusammengefasst werden und auch der Status "Gottergebener" definiert sich nicht an diesen. Die Anforderung an uns Gottergebene besteht vielmehr darin dem "geraden Weg" zu folgen, welcher von Abraham begründet und von allen Propheten gelehrt wurde (6:121). Die Grundlagen dieses Weges finden wir in 6:151-153. Vielleicht werden Sie bei der Lektüre des Koran und mit Hilfe unserer Webseite feststellen, dass Sie selbst bereits ein Gottergebener (Muslim) sind?

Der Hadith (Aussagen, die fälschlicherweise dem Propheten Mohammed zugeschrieben werden), aus welchem die Annahme, der Islam bestehe aus 5 Säulen, herrührt, lautet wie folgt:
Von Abu 'Abdu-r-Rahmán 'Abdullah, dem Sohn von 'Umar Ibn Al-Hattáb [...]: Ich hörte den Gesandten Gottes [...] sagen: "Der Islam wurde auf fünf (Pfeilern) errichtet: dem Zeugnis, daß kein Gott da ist außer Gott, und daß Muhammad der Gesandte Gottes ist, dem Verrichten des Gebetes, dem Entrichten der Zakah (Almosen), der Pilgerfahrt zum Hause und dem Fasten im Ramadan."


10. Was bedeutet "Nur-Koran"? Wird damit gemeint, dass nur ihr den Wahrheitsanspruch hättet? Werden andere Religionen pauschal für nicht wahr gehalten?
Dem ist nicht so. Die Antwort zur zweiten Frage könnte hier auch nochmals stehen. Die Formulierung "Nur-Koran" bezieht sich in erster Linie auf die Handhabung der Religionsquellen. Für das Verständnis und die Einhaltung der Religion reicht Gottes Schrift, in unserem Fall der Koran, aus. Da in der mislamischen Geschichte und auch heute noch weit verbreitet im Mislam andere Beiwerke, so genannte "Hadith-Bücher" (arabisch: Aussage, Worte; plural: Ahadith), fälschlicherweise im Namen des Propheten als autoritäre Religionsquellen verwendet wurden und werden, beziehen sich die Aussagen wie "Koran allein", "Nur-Koran", "Gottes Buch allein" etc. auf diesen spezifischen Sachverhalt. Des Weiteren wird im Koran von den Muslimen gefordert, an die Wahrheit vergangener, von Gott offenbarten Schriften zu glauben.[38] Für die Gottergebenen gilt der Koran als letzte offenbarte Schrift[39] und alleinige Religionsquelle.[40]
Referenzen

Die Koranversangaben werden wie folgt angegeben: Surenlaufnummer:Verslaufnummer.
Beispiel: 17:36 bedeutet Kapitel 17, Vers 36.



[1] 2:135, 4:125, 22:78, 16:123;

[2] 17:110, 7:180, siehe auch Gottes Namen im Koran;

[3] 2:207-208, 3:19, 10:28-29;

[4] 2:62, 5:69, 3:84-85, 2:94, 2:111, siehe zu den "Ungläubigen": Die Eigenschaften der Kafir und die Gesichter des Unglaubens

[5] 7:16-17, 16:98-99;

[6] 23:97-98, 114:4, 102:1-2, 7:12;

[7] 12:111, 31:6, 39:23, 39:29, 45:6, 52:34;

[8] 7:26, 24:30-31, 33:59, siehe auch Appendix 18 und Appendix 19 der Koranübersetzung von R. Khalifa und ebenso Frauen im Koran und in der erfundenen Religion

[9] 4:29-30, 2:195;

[10] 6:151, 17:33;

[11] 7:33;

[12] 4:90;

[13] 4:92-94, 18:29, 2:256, 10:99, 25:57, 50:45, 60:8-9, 73:19, 74:37, 76:29, 78:39, 80:12, 88:22, 109:6, siehe auch Die Rhetorik von Terror und Cihad

[14] 42:13-16, 21:92-93, 23:52-54;

[15] 14:21, 33:67, 9:34, 2:272, 4:88, 6:125;

[16] 3:102-105, siehe auch Abspaltungen, Madhabs (Rechtsschulen) und Sekten auch Sekten auf islam.alrahman.de
[17] 2:136;

[18] 3:84, 22:30;

[19] 5:5, 2:187, 3:49-50, 4:160-161, 6:145-146, 7:157, 16:118, 4:21-22, 33:52;

[20] 3:64, 2:83, 2:87, 3:93-94;

[21] 6:112-114, 2:97, 3:19, 2:146, 5:87, 6:140, 7:32;

[22] 6:154-157,5:48, 6:52, 2:91, siehe auch Introduction of the Quran translation by R. Khalifa (englisch) und Bibel vs. Koran - Gemeinsamkeiten

[23] 2:190, 2:193, 42:42;

[24] 60:8-9;

[25] 8:12-13, 47:4;

[26] 2:191, 2:217, 4:75-76, 4:89-91, 5:87, 7:33, 8:39;

[27] 49:13, 2:62, 2:256, 64:9, siehe auch Anweisungen IM Krieg;

[28] 49:13, 3:195, 4:25, 2:193, 4:75;

[29] 2:191, 9:71, 33:35, 5:54, 48:29, 52:26, 4:128;

[30] 22:78, 16:123, 21:73;

[31] 15:98-99;

[32] 3:18, 63:1, 2:285, 72:18, siehe auch Appendix 13 der Koranübersetzung von R. Khalifa;

[33] 23:9, 29:45, 2:43, 2:45, 11:114, 24:58, 17:78, 2:238, siehe auch Glaube, Gebet;

[34] 62:9;

[35] 2:110, 6:141, 2:215, 7:156-157, siehe auch Almosen;

[36] 2:183-187, siehe auch Fasten;

[37] 2:125, 2:197;

[38] 5:43-48, 42:13, 2:136, 3:84, 42:15;

[39] 33:40;

[40] 7:3, 6:19, 6:38, 6:112-116.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 18. Februar 2009 um 23:33 Uhr
 
Kommentare (22)
1Sonntag, den 15. Februar 2009 um 22:19 Uhr
Salam Alaikum

Zu dieser Frage: "Ich habe davon gelesen, dass es gewisse Säulen des Islam gibt. Was sind diese Säulen des Islam? Sind sie besondere Rituale?" haben Sie in Ihrer Antwort drei Kontaktgebete geschrieben, aber nach meinem Wissensstand sind es fünf Gebete die man am Tag verrichten sollte. Wie kommen Sie auf drei Gebete?

Wa salam
Tania
Sonntag, den 15. Februar 2009 um 22:53 Uhr
Kerem Adıgüzel
Auch Frieden mit Ihnen, liebe Tania,

Im Artikel "Gebet laut Koran" können Sie die Beschreibung des Kontaktgebetes im Koran nachlesen und eventuell auch Ihre eigenen Schlüsse ziehen.
Des Weiteren wurde auch in der Fußnote ein Link zum Weiterlesen angegeben (siehe Fußnote 33).

Wa salam,
Kerem
2Freitag, den 20. Februar 2009 um 18:20 Uhr
Mir sind auf dieser seite mehrere Dinge aufgefallen. Zwei davon möchte ich nennen:
1. Es gibt 5 Kontaktgebete!
2. Sie meinen im Koran gäbe es keinen Befehl Kopftuch zu tragen. Dabei weiß jeder Moslem das eine Frau nur ihr Gesicht, ihre Füße und ihre Hände zeigen darf!
Freitag, den 20. Februar 2009 um 22:22 Uhr
Kerem Adıgüzel
Frieden sei mit Ihnen, Melek!

Wir freuen uns über Korrekturen, da wir auch nur Menschen sind mit Fehlern und Schwächen. Allerdings ist es schwierig, etwas zu korrigieren, wenn einfach nur gesagt wird, dass es falsch ist. Deshalb bitte ich um nähere Begründungen und ausführlichere Erklärungen für eine intensive Auseinandersetzung.

Zu 1.: Siehe obige Antwort an Tania.
Zu 2.: Könnten Sie bitte den entsprechenden Koranvers bzw. die Verse zitieren, falls diese(r) überhaupt existieren sollte(n)? Im Prinzip ist Ihre Aussage nämlich auf den Mislam zurückzuführen, der im Generellen unschöne Aussagen über die Frauen macht. Der Koran selbst hingegen schenkt der Frau viel Freiheit und Flexibilität. Deshalb kann ich Ihre Aussage nicht als eine gültige Aussage annehmen.
Samstag, den 21. Februar 2009 um 21:34 Uhr
Zum tragen vom Kopftuch im Koran:
Cuz/Teil: 18 Sura: 24 Vers: 31
"Sag Gläubigen Frauen, dass sie ihre Augen von verbotenen Sachen fernhalten, sich beherrschen und ihr Schmuck bedecken sollen.(Sie sollen ihren Hals, ihren Kopf, ihre Arme und Ohren, da wo sie ihren Schmuck tragen nicht zeigen!)Jedoch mit Außnahme sind Gesicht Hände und Füße. Ihre Kopftücher sollen sie an ihrem Kragen befestigen. Ihren Schmuck sollen sie nicht zeigen. ..."
Samstag, den 21. Februar 2009 um 22:21 Uhr
Kerem Adıgüzel
Zuerst einmal Frieden Melek,

Es ist wahr, dass die traditionellen Übersetzungen diese Stelle im Koran so wieder geben, dass der Eindruck erweckt werden könnte, das traditionelle Kopftuch gehöre tatsächlich zu den Pflichten, die vom Koran gefordert werden. Allerdings möchte ich auch betonen, dass die Aussage in der Klammer innerhalb des Verses nirgends im Koran vorkommt. Auch die Übersetzung des Verses ist eine teilweise extreme Entstellung der wirklichen Worte, die im Koran vorkommen. Für Vergleiche zwischen Übersetzungen kann ich Ihnen www.openquran.org empfehlen. In den Fußnoten wurde bereits eine Quelle angegeben, die für weitere Informationen nachgeschlagen werden kann.

Frauen im Koran und in der erfundenen Religion

Eine weitere kann ich auch gleich geben:

Kopftuch und Verschleierung

Diese erklären ausführlich, weshalb die oben von Ihnen zitierte (schlechte) Übersetzung nicht koranisch begründet ist.

mfG und in Frieden,
Kerem
3Samstag, den 21. Februar 2009 um 22:29 Uhr
Von wo wollen sie sich eig. so sicher sein, dass das Kopftuch tragen im Koran nicht vorgeschrieben ist? Haben sie ein orginal Koran auf arabisch? Und wenn ein nicht Moslem dürfte es nicht einmal anfassen!!! Von wo wollen sie dass alles besser wissen?

Friede sei mit Ihnen Kerem
Melek
Samstag, den 21. Februar 2009 um 22:44 Uhr
Kerem Adıgüzel
Salam/Frieden auch mit Ihnen und der Segen Gottes Melek,

Ihre Frage zielt darauf ab, wie ich mein Wissen über die entsprechenden Koranverse erhalte: durch Studieren des Koran in seiner Gesamtheit und seiner Sprache (Arabisch). Manche Koranverse können für sich allein betrachtet Probleme aufweisen, die aber in dem Kontext des gesamten Koran eine vernünftige Bedeutung erhalten. Andererseits können Koranverse oft auch als einzelner Vers gut verstanden werden. Der Vers 24:31 des Koran gehört zu den Beispielen, die für sich alleine nicht wirklich gründlich verstanden werden können.

Des Weiteren versuche ich, möglichst neutral an den Koran heran zu gehen, indem ich beispielsweise traditionelle Auslegungsmethoden außer Betracht lasse, deren Begründung unseriöser Natur ist (wie z.B. das Begründen der Koranverse durch dubiose Ahadith). Zusätzlich verwende ich eine konsistente Methode der Auslegung, die mich selbst einschränkt, um unterschiedliche Deutungen zu verhindern (sonst könnte ich jeden Vers so interpretieren, wie er mir passt). Dies, um auch sicher zu stellen, dass ich nicht unbewusst kulturelle und gesellschaftliche Einflüsse in die Interpretation hinein lege, was aber leider von vielen Übersetzern nicht immer eingehalten wurde.

Allerdings verstehe ich Ihre Aussage
Und wenn ein nicht Moslem dürfte es nicht einmal anfassen!!!
nicht. Sind Sie der Ansicht, dass Nichtmuslime den Koran nicht berühren dürfen? Wie gelangen Sie zu dieser Ansicht?

Und im Weiteren verlange ich nicht, dass Sie meine Auslegung akzeptieren. Es ist Ihre freie Wahl, ob Sie Kopftuch tragen wollen oder nicht. Das Kopftuch wird im Koran nicht verboten, aber auch nicht als religiöse Pflicht beschrieben. Das Tragen des Kopftuchs entstammt nicht der islamischen Lebensweise (Koran), es ist vielmehr eine überlieferte Tradition aus anderen Kulturen bzw. Völkern.

Auf unserer Seite finden Sie weitere Informationen, wie wir Wissen über den Koran erhalten können

mfG und in Frieden,
Kerem
4Samstag, den 28. Februar 2009 um 23:07 Uhr
Salam alaikum,

ich habe dir vor einiger Zeit bereits was geschrieben (es ging um die Anzahl der Kontaktgebete) und habe deine Antwort dazu heute gelesen. Ich muss ehrlich zugeben beim Lesen dieser Seite finde ich viele Punkte, die mein eigenes Denken anregen und ich den Drang dazu erhalte selber im Koran nachzuforschen. Es ist wirklich schwierig für mich, weil man viele unterschiedliche Meinungen gesagt bekommt oder Bücher bzw. Texte liest die verschiedene Aussagen enthalten. Ich bin jedoch froh darüber auf deine Seite aufmerksam geworden zu sein, weil ich viele deiner Kommentare oder Erläuterungen neutral und plausibel empfinde, was jedoch nicht bedeuten soll, dass ich alles blind annehme - nein, aber es ermutigt mich selber vieles im Koran nachzulesen, soweit ich es kann.
Mich würde es interessieren wie du deine Art von Moslem bezeichnest? -ich habe bisher als Sunnitin versucht zu leben, du bezeichnest es ja als Sekte und ich fand was du dazu so geschrieben hast, wie gesagt sehr plausibel.
Ich hätte noch eine weitere Frage, die mich schon lange beschäftigt. Kannst du mir sagen warum Allah, subhanahu wa Ta´ala,uns überhaupt erschaffen hat, ich meine as für einen Sinn macht es für ihn? Ich weiß ja, dass wir geboren worden sind um ihm zu dienen, aber warum? keiner konnte mir bisher darauf antworten .

Wa salam
Tania
5Dienstag, den 10. März 2009 um 11:55 Uhr
Schade, dass du nicht mehr geantwortet hast.
Dienstag, den 10. März 2009 um 16:52 Uhr
Kerstin
Frieden sei mit Ihnen, liebe Tania!

Bitte entschuldigen Sie, dass Sie noch keine Antwort erhalten haben. Kerem ist momentan sehr eingespannt , er wird Ihnen aber sicher noch antworten.

Auf Ihre Frage warum Gott uns erschaffen hat, kann es meines Erachtens keine wirkliche Antwort geben, da dies niemand weiß, außer Gott allein. Alle Antworten wären nur Vermutungen. Gott hatte sicher seine Gründe und wenn wir es wissen sollten, würde Er es uns erkennen lassen. Gott sagte ja auch schon zu den Engeln:

2:30 Und als dein Herr zu den Engeln sprach: "Ich will einen Statthalter auf Erden einsetzen", sagten sie: "Willst Du denn dort solche Wesen haben, die darauf Unfrieden stiften und Blut vergießen? - und wir loben und preisen Dich und rühmen Deine Heiligkeit." Er antwortete: "Ich weiß, was ihr nicht wißt."

Meiner Meinung nach ist es für uns nicht wichtig ist zu wissen warum. Es reicht, dass Gott es weiß.

Herzliche Grüße
Kerstin
Sonntag, den 15. März 2009 um 14:57 Uhr
Kerem Adıgüzel
Salaam liebe Tania!

Bitte entschuldigen Sie meine späte Antwort. Es freut mich, dass Sie unsere Artikel als Anregung zum Nachdenken und Weiterlesen im Koran empfinden. Genau das wollen wir auch erreichen: dass die Menschen ihre eigenen Gedanken zum Koran machen und den Koran mehr lesen.
Zu Ihren Fragen: Wir bezeichnen uns, wie in Über uns beschrieben, lediglich als Gottergebene (Muslime) ohne irgendeine Hinzufügung wie "sunnitisch" oder "schiitisch". Zur Frage, weshalb Gott uns erschaffen hat: Schwester Kerstin hat ja darauf bereits geantwortet und ich wäre auch sehr skeptisch, wenn jemand meinte, er könne diese Frage vollständig und befriedigend beantworten.
6Dienstag, den 21. April 2009 um 20:53 Uhr
Tania Pereira
Salam alaikum,

könnt ihr mir sagen wie das Entscheidungsgebet verrichtet wird? Oder wo ich was im Internet darüber finde, habe nämlich nichts gefunden???!!

Wa salam
Mittwoch, den 22. April 2009 um 21:45 Uhr
Kerem Adıgüzel
Ihnen auch Frieden Tania Pereira,

Das Entscheidungsgebet kommt im Koran nicht vor. Der Text des Entscheidungsgebets ist ein Hadith, den ich persönlich ausnahmsweise bis auf einige Einzelheiten schön finde. Das Bittgebet lautet auf Deutsch etwa wie folgt:

Allahumma, ich bitte Dich wegen deines Allwissens um die richtige Entscheidung; ich bitte Dich um Kraft (zur Durchführung des Vorhabens) durch deine Macht; ich bitte Dich um Deine gewaltige Huld, denn Du hast die Macht (dazu) und ich habe keine Macht; Du weißt (alles) und ich weiß nichts, und Du bist ja der Allwissende des Verborgenen. Allahumma, wenn diese Angelegenheit --hier wird sein Anliegen genannt-- gut für meinen Diin ("Religion"), für mein Leben und für mein Ende ist, so bestimme sie mir, erleichtere sie mir und segne sie mir, und wenn diese Angelegenheit schlecht für meinen Diin, für mein Leben und für mein Ende ist, so wende sie von mir ab und wende mich von ihr ab und bestimme mir das Gute, wo es ist, und lass mich damit zufrieden werden.

Ich finde diesen Hadith deshalb gut, weil er uns eine Möglichkeit gibt, den Schöpfer um die richtige Entscheidung zu bitten. Des Weiteren sollten wir aber auch den Koranvers berücksichtigen, der von uns verlangt, dass wir uns mit anderen vertrauenswürdigen und rechtschaffenen Menschen (Familie, engerer Freundeskreis etc.) über unsere Sache unterhalten.

3:159 ... und ratschlage mit ihnen über die Angelegenheit! Und wenn du dich (erst einmal zu etwas) entschlossen hast, dann vertrau auf Allah! Allah liebt die, die (auf ihn) vertrauen.


Allerdings ist dies nicht notwendigerweise ein Text, den wir beten müssten. Wir können auch anders Gott um Hilfe bitten. Je individueller und ehrlicher, desto besser. Aber das ist nur meine Ansicht. Falls erwünscht, kann ich auch noch die arabische Lautschrift des Textes geben. Ich hoffe, dass ich Ihnen die erhofften Antworten gegeben habe und verbleibe

mfG und in Frieden,
Kerem
7Dienstag, den 19. Mai 2009 um 20:35 Uhr
Gül
Lieber Herr Kerem A.

ich finde ihre Seite sehr gut und bin froh auf ihre Seite gestoßen zu sein. Dennoch habe ich einige Fragen an Sie. Erstens, warum wird in den Hadithen (auch von unserem Propheten) alles frauenfeindlicher beschrieben bzw. warum werden die Frau in den Hadithen dem Mann untergeordnet beschrieben, obwohl das alles nirgends im Koran steht? Zweitens,Gott schuf die Welt und den Menschen, aber wie wurde Gott erschaffen? Denn es muss ja auch einen Anfang von Gott geben. Ich weiß, dass Sie die Antwort dazu nicht kennen, aber haben Sie vielleicht eine Vermutung? Und Drittens, wie kann man sich sicher sein, dass Islam die wahre Religion ist? Schließlich gibt es auch in der Bibel einleuchtende Erläuterungen, die dem Koran sehr ähnlich ist und die auch viel vorher entstanden ist. Und meine letzte Frage, ich bin zwar gläubig und beschäftige mich auch sehr viel mit den Weltreligionen, habe aber auch dadurch meine Zweifel und suche nach Erkenntnis. Ist es eine Sünde, dass ich zwar an Gott glaube, aber trotzdem Zweifel habe und nach der Wahrheit suche, um ein besseres Gewissen und Wissen zu bekommen, was meine Religion angeht?
Donnerstag, den 21. Mai 2009 um 01:09 Uhr
Kerem Adıgüzel
Liebe Frau Gül, ich wünsche Ihnen Frieden!

Es freut mich sehr, dass Sie sich diese tiefgreifenden Fragen stellen. Sicherlich werde ich keine vollkommen befriedigende Antwort geben, aber mit Gottes Hilfe vielleicht eine Richtung angeben können.

Wieso gibt es frauenfeindliche Ahadith trotz des Koran?
Das ist eine gute Frage und schließt mehrere verschiedene Aspekte mit ein. Sicherlich geschieht das aus kulturellen Gründen. Wenn Sie die verschiedenen Religionen auf dieser Welt studieren und deren kulturellen Hintergrund näher betrachten, werden Sie sehen können, dass vieles nicht nur Religion ist bzw. war. In vielen Fällen sind aus der lokalen Kultur während der Einführung der "neuen Religion" eben in diese Praktiken und Vorstellungen eingeflossen. Das gilt für alle Weltreligionen wie auch für kleinere "Stammesreligionen". Als Nächstes können wir sagen, dass aus welchem Grund auch immer, gewisse Kulturen Frauen nicht so sehr wertschätzen wie die Männer. Dies können wir auch in unseren eigenen Gesellschaften sehen. Da spreche ich natürlich nicht von Gesetzen, die z.B. eine Gleichberechtigung verlangen, sondern vom evtl. vorhandenen Stereotyp in einer Gesellschaft. Erst kürzlich wurde dies Inhalt einer psychologischen Studie an der Universität Zürich, die wohl bald ausgewertet wird. Einer der Leiter der Studien sagte mir persönlich, dass es dieses Stereotyp ganz sicher gäbe, allerdings wäre es wissenschaftlich gesehen schwierig, das zu beweisen (was auch nicht überraschend ist). Ahadith stellen auch gute Mittel für die Unterdrückung dar, sie kontrollieren das Leben vieler Mitglieder dieser speziellen Gemeinschaft, die sich dieser Lebensweise verpflichtet fühlen. Wichtig ist zu sagen, dass die Antwort auf diese Frage komplex ist und meine obige Antwort nur ein Kratzen an der Oberfläche darstellt.

Die Frage "Wie wurde Gott erschaffen" ist auch eine Frage, die ich sehr respektiere, denn sie zeigt, dass Sie sich nicht nur Gedanken um die vorgestellten Gedanken machen, sondern auch, weshalb das stimmen soll, was dahinter liegt. Die Antwort mag fade oder plump erscheinen, aber ich würde persönlich kaum eine naturalistische Betrachtung über Gott vornehmen wollen. Einige Atheisten mögen diese Frage mit "durch das Denken der Menschen" beantworten, ich würde sagen: unsere Methoden und Denkmittel reichen nicht aus, um diese Frage in dieser Richtung zu betrachten. Der Aspekt "erschaffen" verlangt also nach irgendeiner naturalistischen Betrachtung, die aber in Bezug auf Gott zu keiner vernünftigen Antwort führen kann, weil die Frage auf eine gewisse Art und Weise "falsch" gestellt ist. Um es anschaulicher zu erklären: ich kann im Allgemeinen nicht mittels Biologie Beweise für die Mathematik finden, weil die verwendeten Mittel komplett unterschiedlich sind.
All die Naturgesetze und die Weltbilder (Modelle) der Wissenschaft sind gültig für diese Welt bzw. dieses Universum, leider nicht für eine andere. Und insbesondere nicht für Sachen oder Entitäten bzw. Wesen, die kein Mensch wirklich fassen kann. Alles andere wäre Vermutung und insbesondere über Gott will ich keine Vermutungen anstellen (oder wie es der Koran sagt: es gibt nichts Seinesgleichen).

Wie können wir uns sicher sein, dass der Islam die wahre Religion ist? Überhaupt nicht! Denn es kommt sehr darauf an, was der Islam genau ist. Damit meine ich jetzt nicht, ob es der sunnitische oder schiitische, oder auch der türkische oder vietnamesische Islam ist, der gemeint ist. Vielmehr ziele ich darauf ab, dass Religion allgemein nicht unbedingt das Wahre für den Menschen sein muss. Wichtig ist, dass der Inhalt gelebt wird. Gott gehören die schönsten Namen, es ist also egal, wie wir Ihn nennen. Wer also das Konzept der Verantwortlichkeit nicht verleugnet, eine Vorstellung von "etwas Höherem als uns selbst, eine Energie, die alles erschaffen hat" verinnerlicht hat und ein gutes, rechtschaffenes Leben führt hat bereits die "wahre" Religion gefunden (vgl. 2:62, 5:69).
Natürlich steht der Koran mit seinen mathematischen Mustern und inhaltlichen Angaben in Bezug auf die Wissenschaft besser da als andere Schriften. Es gibt auch einige Inhalte in der Bibel, die nicht mit dem Koran in Einklang sind, die meisten sind aber eher marginaler Natur. Der Koran hat also diesbezüglich mehr vorzuweisen als andere Schriften, was ihn gerade in unserer Zeit eben interessanter macht (ein starkes Argument für den Koran). Natürlich enthält die Bibel auch wunderschöne Gleichnisse und Erklärungen, die ich persönlich auch schätze. Im Koran steht ja auch geschrieben, dass er die vorherigen Schriften bestätigen würde, da ist es also auch kein Wunder, dass viele ähnliche Inhalte zu finden sind.

Weshalb der Islam des Koran das Wahre ist, kann ich nur persönlich begründen, nicht nur rational. Mich überzeugen die Argumente, die der Koran gebraucht, vollends. Er verlangt vom Menschen viel ab, z.B. dass er nachdenken, forschen und seinen Verstand gebrauchen soll. Der Koran fordert die Menschen heraus, den Inhalt des Koran zu überprüfen, was meines Wissens kein anderes Buch in der Form herausfordert. Der Koran ist für mich das durchaus erreichbare Ideal, das eine demokratische Gesellschaft anstreben sollte, die kritisch, skeptisch, wissbegierig und aufgeschlossen ist. Oder kurz gesagt: ich persönlich habe bis heute keine bessere Rechtleitung für die Menschheit gesehen als den Koran und bin von seiner Göttlichkeit wegen seinem Inhalt überzeugt. Alles andere wie die mathematischen Muster und die Übereinstimmungen der koranischen Aussagen mit der Wissenschaft sind Argumente, welche die bereits vorhandene Überzeugung noch mehr stärken und stützen, die einem auch eine rationale Argumentationsgrundlage geben. Aber wie bereits am Anfang geschrieben: das ist meine persönliche Betrachtung. Wichtig ist es laut Koran, die drei erwähnten Konzepte zu verinnerlichen: Verantwortlichkeit der Taten, Vorstellung von einem Schöpfer und ein Leben als guter Mensch.

Zu Ihrer letzten Frage: Nein, es ist keine Sünde, Zweifel am eigenen Weltbild zu haben. Das ist die Grundlage meines Glaubens, nämlich mich selbst stets ständig anzuzweifeln. Der Glaube sollte ja auch nicht etwas sein, was einfach so fortbesteht, sondern wir sollten mit unserem Glauben mitwachsen. Und zumal wir beide nicht alleine sind mit dem Zweifeln am eigenen Weltbild. Auch der Prophet Abraham, der laut Koran ja von alleine durch Nachdenken und Betrachtung der Natur auf eine Schöpfervorstellung gekommen ist und sich gegen seinen Vater und den Mainstream seiner Zeit gestellt hat (also ein sehr gutes Beispiel des kritischen, skeptischen, aber nicht übertriebenen Hinterfragens), hatte Zweifel an seinem Weltbild: Selbst Abraham hatte von Gott Beweise verlangt (siehe 2:260), damit sein Herz beruhigt sein möge. Dieses koranische Beispiel sollte also auch unser Herz beruhigen und uns zeigen, dass ein Hinterfragen natürlich ist. Dabei wird natürlich vorausgesetzt, dass der Glaube an Gott, auch wenn der Glaube hinterfragt werden mag, noch vorhanden ist und auch fortbesteht.

Ich hoffe, dass meine Antwort nicht all zu lange war und wünsche Ihnen den Segen Gottes und verbleibe

mfG und in Frieden,
Kerem
8Dienstag, den 16. Juni 2009 um 13:26 Uhr
Yunus
Hallo zusammen,

Also aus eurer Sicht können Nichtmuslime, soweit sie wirklich nur an den einen Gott glauben in den Himmel gelangen z.B Christen oder Juden? Was ich auch gut finde, wenn ihr das so meint, denn der Koran weißt ja in mehreren Stellen daraufhin, das auch andere Menschen in den Himmel kommen können z.B in 2:62 oder 5:69. Wie sieht es, aber mit den Christen aus die an die Dreifaltigkeit glauben, eben das Gott nur einer ist, aber sozusagen sich in drei Wesen wiederspiegelt, die jedoch sagen, dass es nur den einen Gott gibts und nicht das jeder der drei Wesen für sich einen Gott darstellt, die dann zusammen den einen Gott bilden? Wäre sehr Dankbar, wenn ihr mir weiterhelfen könntet. Smile

Yunus Karisma
Samstag, den 20. Juni 2009 um 22:57 Uhr
Kerstin
Hallo und Frieden Yunus

es ist sehr unterschiedlich, was Menschen unter der Dreieinigkeit verstehen. Wenn du nachfragst wirst du unterschiedliche Antworten erhalten. Ich persönlich habe bis jetzt noch keine Erklärung dazu erhalten, die ich verstanden oder die mich überzeugt hätte.
Wir können auch nicht in die Herzen eines Menschen sehen, was und wie sie wirklich glauben und deshalb möchte ich mir auch kein Urteil erlauben. Meine Meinung zu deiner Frage ist: Gott ist gerecht und das Urteil über einen Menschen liegt alleine bei Gott. Gott allein sieht in die Herzen eines jeden und weiß was wirklich darinnen ist.

Liebe Grüße
Kerstin
9Samstag, den 20. Juni 2009 um 15:28 Uhr
Peter
Die Religion bei Allah ist der Islam und wer auch immer eine andere Religion bevorzugt, nimmer soll sie von ihm angenommen werden und er wird am jüngesten Tag zu den Verlierern gehören(ungefähr aus dem Kuran)

Die Stellen, wo darauf hingewiesen wird, dass andere Leute auch in den Himmel kommen ist so zu erklären, dass diese Leute entweder vor Islam gelebt haben und die jewelige Religion befolgten, bis sie verfälscht wurde oder es sind die Leute, die noch nie die Botschaft des Islam gehört haben...
Dienstag, den 23. Juni 2009 um 15:03 Uhr
EinSuchender
Hallo Peter,

3:85 Und wer eine andere Glaubenslehre sucht als den Islam (der Hingabe an Gott allein): nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im zukünftigen Leben soll er unter den Verlierenden sein.

Ich weiß nicht, ob diese Übersetzung so korrekt ist? Wenn ja, dann denke ich, dass es in diesem Vers um die Apostaten geht, also um Muslime, die im Islam drin sind und eine andere Religion als den Islam suchen. Ein Christ oder Jude, der ins Christentum oder Judentum reingeboren ist, kann gar nicht eine andere Religion als den Islam suchen, weil er ja schon in einem anderen Glauben ist. Man muss erst den Islam angenommen haben, um eine andere Religion als den Islam suchen zu können. Aber das ist ja nur meine bescheidene Meinung. Smile
Dienstag, den 23. Juni 2009 um 16:10 Uhr
Kerstin
Hallo und Frieden Peter und EinSuchender

Es komm auch darauf an was jemand unter Islam versteht. Meines Erachtens nicht eine besonder Religionsgemeinschaft gemeint sondern einfach Hingabe. Ich schreibe hier einmal 2 englische Übersetzungen bei welchen es deutlich wird:

The Monotheist Group
3:85 And whoever follows other than submission as a system, it will not be accepted from him, and in the Hereafter he is of the losers.

Edip-Layth
3:85 Whoever follows other than peace/peaceful surrender as a system, it will not be accepted from him, and in the Hereafter he is of the losers

Hier wird mit Hingabe (surrender)als System/Ordnung übersetzt

Interessant finde ich auch noch die Erklärung von Edip Yueksel zu diesem Vers:
"Some critics claim there is a contradiction between 3:85, or 5:72 and 2:62, or 5:69. The critic assumes that peacefully surrendering to God is only possible by uttering a magic Arabic word. Islam is not a proper name. It did not start with Muhammad, nor did it end with Muhammad. Any person, regardless of the name of their religion, who dedicates himself to God alone, believes in the day of judgment and lives a righteous life, is considered Muslim (those who peacefully surrender themselves to God alone and promote peace). Many among the Christians and Jews fit this description."

Es kommt also nicht auf den Namen einer Religion an, sondern darauf, sich Gott allein hinzugeben, zu glauben, dass es einen Gerichtstag (Jüngstes Gericht) geben wird und ein rechtschaffenes Leben zu führen.

Liebe Grüße
Kerstin
Dienstag, den 23. Juni 2009 um 17:51 Uhr
EinSuchender
Hallo und Frieden liebe Kerstin L.,

Ich danke Dir für die gute Erklärung! Ganz toll aufgeklärt! Das leuchtet mir ein. :D
10Montag, den 13. Juli 2009 um 02:44 Uhr
EinSuchender
Salamu Alaykum

Eine sehr gute Zusammenfassung, da habt ihr euch sehr interessante Fragen ausgesucht und beantwortet. Dickes Lob! Doch eine Frage ist mir dennoch offen geblieben, in Bezug auf Selbstmord. Ist mit Vers 4:29 nicht das gegenseitige Töten unter Muslimen gemeint? Ein Vers weiter steht geschrieben: wer das in Frevelhaftigkeit oder Ungerechtigkeit tut, denn werfen wir ins Feuer .. Jetzt mal unabhängig von den Selbstmordanschlägen, wie soll jemand Selbstmord begehen, z.B. sich erhängen und dabei Ungerechtigkeit oder Frevelhaftigkeit ausüben? Es wäre wirklich schön, wenn dieser Vers über Selbstmord spricht, dass würde vieles aufklären. Dagegen ist Vers 2:195 eindeutiger. Bitte um Antwort. Danke im Voraus.

Kleine Anmerkung: Ich habe mir einige türkische Übersetzungen angeschaut, unter anderem auch von Edip Yüksel (die mir im Großen und Ganzen gut gefällt), auch er spricht vom gegenseitigen Töten unter Muslimen. Yasar Nuri Öztürk hat als einziger, den Vers 4:29 mit Selbstmord übersetzt:" Kendi canlarınıza kıymayın/intihar etmeyin.". Einen Vers weiter übersetzt Yasar Nuri Öztürk wie folgt: "wer in Frevelhaftigkeit und Feindseligkeit Selbstmord begeht, den werden Wir ins Feuer werfen: Kim düşmanlık ve zulümle intihar günahını işlerse onu ateşe sokacağız."
Montag, den 27. Juli 2009 um 02:15 Uhr
Kerem Adıgüzel
Dir auch Frieden und Gottes Barmherzigkeit und Segen, lieber Suchender.

In Vers 4:29 lautet der entsprechende Teil: ولا تقتلوا انفسكم
Transliteriert: wa la taqtuluu anfusakum
Wörtlich: Und nicht tötet euch euer selbst
Die korrekte Übersetzung lautet also: Und tötet euch nicht selbst.

Dass durch Vers 4:29 der Selbstmord verboten wird, ist denke ich klar. Denn wenn berücksichtigt wird, dass das unrechtmäßige Töten eines Menschen in 5:32 als eine schandvolle Tat abgelehnt wird, erscheint 4:29 in klarerem Lichte, dass es sich dabei um das Behandeln des Selbstmordes geht, da bereits das Töten von anderen Menschen in einem anderen Vers behandelt wurde.

Dabei ist aber auch zu beachten, dass Gott die Worte nicht umsonst so wählt, wie sie im Koran stehen. Die Formulierung "Und tötet euch nicht selbst" ist sowohl im Arabischen wie auch im Deutschen, Türkischen und Englischen mehrdeutig. Da der Koran nicht nur einen einzelnen Menschen anspricht, sondern die ganze Menschheit, sind viele Formulierungen, welche die Menschen wie z.B. in diesem Vers direkt ansprechen, im Plural offenbart worden. Tötet euch nicht selbst bedeutet also zweierlei, was Y. N. Öztürk in seiner Übersetzung versucht hat wiederzugeben: tötet euch nicht gegenseitig UND begeht keinen Selbstmord. Unser Körper wurde uns von Gott geschenkt. Für einen Gottergebenen (arab.: Muslim) sollte es m.E. eine selbstverständliche Pflicht sein, die Geschöpfe Gottes zu achten. Das schließt auch sich selbst ein. Deshalb ist von Übertretung die Rede. Allerdings endet es auch nicht hier mit der Bedeutungsvielfalt des Verses.

Prinzipiell ist alles, was aus dem Koran abgeleitet werden kann und dem Koran nicht widerspricht, als gültig anzusehen. Ein gutes Beispiel dafür ist gerade dieser Vers, der alles abdeckt. Einerseits ist hier vom wörtlichen Töten die Rede, andererseits beschreibt der Koran die Ableugner (Kafir) als spirituell tote Menschen (35:22, 6:122; 27:80; 30:52). Damit kann "tötet euch nicht" auch als der andere Tod verstanden werden, da ja von Übertretung die Rede ist. Ich töte mich in dem Sinne, dass ich nicht errettet bin, wenn ich schlecht oder betrügerisch handle. Diese Sicht wird eben auch in 2:195 erläutert. Man tötet sich selbst, wenn man Gottes Schranken überschreitet und sich nicht an Gottes Wort hält, da man dann das ewige Leben durch eigenes Fehlverhalten nicht erhalten wird.

Es ist eine der wunderbaren Eigenschaften des Koran, dass mit sehr wenigen Worten sehr viele Themen abgedeckt werden. Aber dies ist wiederum ein anderes Thema. Ich hoffe, dass ich behilflich sein konnte, die Frage zu klären.

mfG und in Frieden,
Kerem
Sonntag, den 09. August 2009 um 14:54 Uhr
EinSuchender
Sehr sehr schön. Danke Kerem A. für Deine Zeit und Mühe die Du in diese tolle Erklärung investiert hast. Hab einiges dazu lernen können und bin sehr froh darüber, dass es sich in dem Vers um Selbstmord handelt. Die wunderbaren Eigenschaften des Koran beeindrucken in der Tat.
Ich bin mit einem syrischen christen zusammen und ich bin eine türkische muslimin. Wir lieben uns sehr und sind miteinander sehr glücklich. Wir möchten heiraten, er möchte jedoch weiterhin christ bleiben und ich muslimen. Dennoch hab ich angst, da viele sagen, dass ich wahrscheinlich laut unserer Religion einen großen Fehler begehe, in dem ich einen Christen zu meinem Ehemann nehme. Andererseit denke ich, dass Allah mich dafür nicht bestrafen wird, weil mein Mann ein Christ ist. Wenn dieser Mensch immer für mich da ist, wenn dieser Mensch mich respektvoll behandelt, mir liebe und Geborgenheit schenkt und einfach ein guter Mensch ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dafür bestraft werde. Ich bin so verzweifelt, bitte hilft mir.
Dienstag, den 17. November 2009 um 21:17 Uhr
Kerem Adıgüzel
Salaam liebe Ebru,

Ich danke dir für dein Vertrauen in uns! Wichtig ist nicht, was andere sagen, sondern was dein Herz dir sagt. Gott sei gepriesen, denn du nimmst deine Religion ernst und fragst um Rat. Das finde ich mutig von dir. Was den Koran anbelangt, so gibt es einige Kriterien, die ein Partner oder eine Partnerin erfüllen sollte: er darf kein Ableugner sein, also Gott nichts bei gesellen. Als Beispiele werden im Koran diejenigen erwähnt, die z.B. Jesus für Gott halten oder an die katholische Dreifaltigkeit glauben. Die wichtigsten Kriterien werden in 2:62 und 5:69 erwähnt, an denen wir uns orientieren können.

Ich hoffe, dass diese Antwort dir weiterhilft und wünsche dir Herzensruhe!

liebe Grüße und in Frieden,
Kerem
Freitag, den 21. Januar 2011 um 10:46 Uhr
Natalia
Ich finde auch, dass man sich bei einer solchen Entscheidung nicht von anderen beeinflussen lassen sollte, sondern auf das Hören sollte, was man wirklich selbst will, denn nur so kann man glücklich werden.
12Freitag, den 27. November 2009 um 19:15 Uhr
Phen_Ri
Hallo und Saalam Herr Adigüzel,

zuerst möchte ich ihnen ein dickes Lob geben für ihre Seite, die Behauptungen haben alle plausible Erklärungen und ihre Berichte sind Qualitativ hochwertig.

Ich habe aber nun einige Fragen zum Thema Sexualität:

1. Darf sich ein Muslim selbst befriedigen?

2. Darf man als Anhänger des Islams Videos mit pornographischem Inhalt ansehen?

3. Wie ist das mit dem Sex vor der Ehe?

4. Darf ein Muslim homosexuel sein?

Ich hoffe sie können mir da weiterhelfen....
Sonntag, den 29. November 2009 um 12:23 Uhr
Kerem Adıgüzel
Hallo und Frieden auch Ihnen!

Es freut mich, dass die Antworten weiter helfen, Gott sei aller Dank. Ich komme gleich zu den Fragen:

1) Masturbation ist eine im Koran nicht erwähnte Angelegenheit, deshalb unserem eigenen Ermessen überlassen. Die Frage kann also mit ruhigem Gewissen "ja" beantwortet werden. Masturbation ist eine natürliche Angelegenheit und dient in vielerlei Hinsicht auch für unser Wohlbefinden. Masturbation ist ein unseren biologischen Veranlagungen entsprechendes Bedürfnis. Wer sich mit diesem Thema in biologischer bzw. medizinischer Sicht befasst, wird sehen, dass Masturbation in vielen Fällen positiv ist. Wichtig ist, dass man damit nicht übertreibt und damit nicht Unerlaubtes verknüpft, wie etwa pornographischen Inhalt zu schauen. Damit kommen wir schon zum nächsten Punkt:

2) Pornographische Inhalte widersprechen der Philosophie des Koran und verletzen auch die Privatssphäre der Frauen und Männer, die in den Videos auftreten. Im Koran gibt es klare Anweisungen darüber, wer die Schambereiche eines Menschen sehen darf und wer nicht, d.h. welche Verwandte und Angehörige dürfen und welche nicht.

Nehmen wir mal an, pornographischer Inhalt wäre erlaubt und in Ordnung. Wieso befürchten wir von unseren Müttern und vielen Mitmenschen beim Schauen erwischt zu werden und vergessen dabei Gott? Wenn wir uns schon davor fürchten, dass unsere Mitmenschen uns dabei erwischen könnten und das für uns beschämend ist, wieso dann nicht vor Gott?

Es gibt weiters auch ehemalige Pornodarstellerinnen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gegen Porno einzutreten. Siehe:

http://www.shelleylubben.com/ (Englisch)

3) Der Sex vor der Ehe ist definitiv verboten. Der wichtigere Punkt ist aber, was Ehe bedeutet. Besonders im koranischen Sinne. Ich verstehe "Ehe" als etwas Allgemeineres, als in unseren Gesellschaften gemeinhin definiert (z.B. Standesamt, Papier unterzeichnen). Es gibt ja heutzutage auch eheähnliche Gemeinschaften oder andere Formen des Zusammenlebens. Es kommt also auf die Absicht hinter und die Beschaffenheit der Beziehung an, nicht auf das Ritual, dass zu einer sogenannten "Ehe" führt. Natürlich, auch die allgemein definierte Ehe hat gewisse Schranken und sollte gewissen Verantwortungen unterliegen. Die nötigsten Vorkehrungen trifft bereits der Koran: Morgengabe, Erbgesetze etc.

Ich möchte an dieser Stelle einen Beitrag aus dem ehemaligen Forum von nur-koran.de zitieren:

Gott hat es uns leicht gemacht, Sexualität, Zärtlichkeit und Liebe in einem guten und gesegneten Rahmen zu leben. So etwas nennt der Qur`an Nikah. Wir übersetzen das oft mit Ehe oder Heirat, aber das ist nicht immer korrekt.
Nikah ist nicht, wie die christliche Ehe, ein heiliges Sakrament.
Nikah ist auch nicht, wie die Standesamtsehe, etwas auf dem Papier.
Es ist eine Sache zwischen zwei Menschen, sonst nichts, die nicht geheim bleiben sollte.
Wenn also ein Mann und eine Frau fest zusammen sind und dies auch öffentlich klar ist, dann ist das schon Nikah. Kein Priester wird hier gebraucht, keine Zeremonie, kein Standesamt.

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Was ich natürlich nicht meinte ist, dass man im Islam wild seinen Trieben folgen sollte. Wink

Aber auf der anderen Seite haben wir im Qur´an auch keine Verteufelung von Sexualität, Zärtlichkeit und Erotik.
Das zentrale ist dabei die Verantwortung.

Das arabische Wort Nikah wird heute immer mit Ehe übersetzt oder mit Heirat. Aber im quranischen Sprachgebrauch ist das nicht ganz korrekt, wenn wir Ehe nur mit etwas gleichsetzen, wozu wir ein Standesamt, einen Geistlichen oder eine große Feier brauchen.

Nikah heißt erstmal nur so viel wie `Vereinigung zwischen mann und Frau´und wird im Qur´an auch für den Geschlechtsakt an sich gebraucht. Nun gibt es eine solche Vereinigung in einem guten Rahmen und in einem weniger guten.

Wenn ich den Qur´an lese, dann sehe ich nur wenige Bedingungen für Nikah. Die wichtigste ist die, dass sich die Partner über ihre Rechte und Verantwortungen im Klaren sind, worüber das auch immer Diskussionsache ist.
So hat die Frau nach dem Qur´an zum Beispiel das Recht, vom Mann als Absicherung eine Geldmenge zu erhalten.

Wenn Du eine Frau wirklich liebst udn sie Dich, wenn ihr beschließt fest und monogam zusammen zu sein und eure Verantwortungen zu teilen und wenn ihr sicher seid, dass das alles kein Experiment ist, sondern dass ihr es ernst meint, dann seid ihr nach Allahs Gesetz `vereinigt´.
Ohne einen Hodza, ohne Feier, ohne Standesamt .... .

Aber natürlich will auch so ein Schritt gut überlegt sein und das ist vielleicht eher das Problem mit vielen heutigen Partnerschaften.
Viele Menschen in unserer Gesellschaft, die einfach einen Freund oder eine Freundin haben (ohne Trauring) sind sicher nach Allahs Buch rechtmäßig miteinander `vereinigt´.
ich mache da keinen Unterschied zwischen sogenannten `unverheirateten´oder `verheirateten´.
Das ist doch nur Papierkram, der mit Gott und dem Herzen nichts zu tun hat.

ABER:
Viele Menschen in unserer Gesellschaft nehmen Partnerschaft auch wieder zu leicht. Sie gehen mal eben als Experiment eine Beziehung ein, ohne sich sicher zu sein, betrügen leicht, fühlen sich nicht gebunden. Und das gilt auch für viele auf dem Papier verheiratete!
Und die Folgen sind dann oft schmezhaft.

Gott will es uns mit Seinem Buch leicht machen, nicht schwer. Er offenbart uns Seinen Willen, damit wir glücklich werden, nicht damit wir unglücklich werden.
Er sagt uns, dass wir eien Partnerschaft in Verantwortung und mit Barmherzigkeit und Zärtlichkeit führen sollen, zu unserem eigenen Besten.

Genau wie Mathias wünsche ich Dir, dass Du die Partnerin findest, mit der Du glücklich sein kannst.
Aber vergiss auch nicht, dass Partnerschaft nicht alles ist. Sicher, wenn man alleine ist, sehtn man sich danach. Aber auch partnerschaft kann nicht der Inhalt des Lebens sein.
Sie ist vielmehr ein Mittel, damit zwei Menschen gemeinsam diesen Sinn finden mögen.
In diesem Sinne:
Wähle gut und lasse Dich nicht durch kurze Leidenschaften täuschen. Wink

Noch etwas: Vergiss auch nicht, dass vieles, was ich oder andere Muslime Dir hier sagen nicht das ist, was `traditionelle Muslime´ glauben. Wir versuchen hier nur auf den Qur`an, das Buch Gottes, zu vertrauen und auf sonst nichts und lehnen andere traditionelle Quellen des Islam ab.
`Traditionelle Muslime´ in Deiner Umgebung werden Dir oft sagen, dass Du nur mit Hodza und großer Feier Dich einer Frau nähern darfst ... oder vielleicht sagen Dir auch einige , dass Du Dich zwar jeder frau nähern darfst, aber deine Schweste darf das selbe nicht bei Männern etc. etc. .

Der sogenannten traditionelle Islam kennt sehr viele Lehren und Praktiken, die mit dem Buch Allahs nichts zu tun haben. Halte Dir das vor Augen, wenn Du über manche hier abweichenden Meinungen verwirrt bist.

Liebe Grüße,

Leyla


Dem kann ich im Prinzip nur zustimmen. Es soll kein Experiment sein, sondern eine wohl überlegte und seriöse/ernste Entscheidung, die öffentlich gemacht wird. Das für mich wichtigere ist, dass die beiden Menschen sich ihrer Rechte in Bezug auf die Gesetze (sowohl der Gesellschaft als auch des Koran) bewusst sind und demnach wohl überlegt handeln.

Ein "Ritual", in welcher Form auch immer, ist aber hingegen oft hilfreich, um sich des Ernstes der Lage bewusst zu werden, und wenn es sich nur um eine besondere Aktion zwischen den beiden Betroffenen handelt. Und schön kann es auch noch sein. Zu einfach sollte man es sich dann ja auch nicht machen.

Nochmals kurz zusammengefasst: die Definition von Heirat im Koran ist eine ganz andere, als wir sie üblich wahrnehmen. Die Heirat im Koran bindet zwei Menschen aneinander aus Liebe und Güte untereinander. Es soll kein Experiment oder eine leichtfertige/leichtsinnige Entscheidung sein. Beide sollten sich über ihre koranischen Positionen bewusst sein (z.B. auch, was Scheidung und Wartezeit in diesem Fall angeht). Der Ehemann sollte laut Koran der Frau eine Morgengabe geben (finanzielle Absicherung) und und und...

4) Homosexualität wird vom Koran abgelehnt. Ihre Frage, ob ein Muslim homosexuell SEIN kann, ist im Prinzip falsch gestellt. Denn homosexuell zu SEIN heißt nicht, dass die Homosexualität ausgelebt wird. Die einzige Stelle im Koran, die von Homosexuellen handelt, ist die Geschichte von Lot. Bei den abscheulichen Taten kommt das Wort (arab. Fahischa = Gräuel) vor. Darunter werden mehrere Handlungen beschrieben, die meistens von Missbrauch der Sexualität sprechen:

  • Geschlechtsverkehr zwischen Männern (27:54-55)
  • Stiefmütter zu heiraten (4:22)
  • Uneheliche Geschlechtsverkehr (17:32)
  • Ehebruch (4:15)


Man kann die Wurzel ( فحش ) in Openquran.org nachschlagen, um sich selbst zu überzeugen, welche Handlungen damit verbunden sind (6:151, 24:21, 27:54-55). In Vers 27:55 erklärt Lot nämlich das, was er zuvor (27:54) als (Fahischa) definiert hatte.

Am 19. Mai 2003 diskutierte die einflußreiche Amerikanische Psychiatrische Gesellschaft (APA) auf einem Symposium in San Francisco schon zum zweiten Mal, ob man Pädophilie und Sadomasochismus aus der offiziellen Diagnose-Liste der sexuellen Störungen streichen sollte. Die Argumente gleichen denen, die 1973 zur Streichung der Diagnose Homosexualität geführt haben. Ein Argument heißt etwa, Pädophilie sei eine eigene sexuelle Orientierung und könne ein normales Verhalten darstellen. Pädophile seien nicht krank, die gesellschaftliche Diskriminierung könne sie aber krank machen. Die Streichung der Diagnose Homosexualität hatte weitreichende Folgen. Bis heute wird bei wesentlichen Entscheidungen bezüglich Homosexualität immer noch darauf hingewiesen, daß die APA Homosexualität 1973 „normalisiert“ habe. Als Folge wurde Homosexualität zum „alternativen Lebensstil“ erhoben und das Lebenspartnerschaftsgesetz für homosexuell Lebende eingeführt. Ein vergleichbarer Beschluß dieser Psychiatrischen Gesellschaft würde langfristig ebenso zu einer Normalisierung der Pädophilie führen.
Christen gegen Pornographie


Um das Thema abzuschließen, Homosexualität wird im folgenden Vers abgelehnt:

7:81 Ihr geht in Begierde zu den Männern, statt zu den Frauen. Nein, ihr seid maßlose Leute.«


Ich wünsche Ihnen und allen Lesenden Gottes Segen und verbleibe

mfG und in Frieden,
Kerem
13Samstag, den 12. Dezember 2009 um 23:35 Uhr
Berrin Demir
Selam,
ALLAH möge euch für eure Mühe und Geduld belohnen..
14Donnerstag, den 11. Februar 2010 um 15:31 Uhr
Phen_Ri
Selam,

Danke für Ihre Antworten....

zurzeit beschäftigen mich aber noch zwei Fragen:

1.) Wie würden Sie die Verse im Koran betreffend Christen und Juden töten erklären? Ich weiß, dass diese sicherlich nicht in der Art gemeint sind wie man sie mit dem ersten Blick verstehen könnte, dennoch würde ich gerne eine "professionelle" Erklärung ihrerseits lesen...

2.) Darf ich als Muslim Rumkugeln oder Ähnliches essen? Unser Gott rät ja vom Alkohol ab, wie sie selbst schrieben, ich selbst glaube aber damit ist hochprozentiger Alkohol gemeint und nicht Alkohol als Geschmacksergänzung. Würden Sie dem zustimmen?
Dienstag, den 16. Februar 2010 um 12:13 Uhr
Andreas Heisig
Salam Phen Ri!

Zur ersten Frage möchte ich sagen, daß mir im Moment kein vers bekannt ist, der auffordert Juden oder Christen zu töten, weil Sie Juden oder Christen seien. Welche Verse haben Sie da vor Augen?

Zur zweiten Frage muß ich sagen, daß der Genuß einer Rumkugel meiner Meinung nach nicht unter die Rubrik des Berauschenden fällt, da sie dies nicht tut. Zumindest nicht in den Mengen, die man normalerweise zu sich nimmt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen!

Möge der Frieden mit Ihnen sein,

Andreas
Sonntag, den 21. Februar 2010 um 12:46 Uhr
Kerem Adıgüzel
Salam Phen Ri,

Zum zweiten Punkt möchte ich hinzufügen, dass Gott uns rät, uns vom Berauschenden per se fern zu halten. Da wird keine Menge beschrieben, deshalb gilt das Wenige wie auch das Viele als zu vermeiden. Der Ratschlag ist m.E. kategorisch zu verstehen und nicht mengenmäßig.

Danke für die Fragen.

mfG und in Frieden,
Kerem
15Donnerstag, den 01. April 2010 um 09:50 Uhr
EinSuchender
Salam!

Ich hätte eine Frage - und zwar würde ich gerne wissen, woher die Dawa-Arbeit kommt? Die Sunniten legen großen Wert darauf und sehen dies als Pflicht für jeden Muslim. Gibt es überhaupt so ein Gebot im Koran? Ich persönlich kenne keins.

Danke im Voraus!

MfG
EirSuchender
Donnerstag, den 01. April 2010 um 13:22 Uhr
Kerstin
Frieden EinSuchender

ich könnte mir vorstellen, dass diejenigen, die Dawa-Arbeit machen, es aus dem Vers 16:125 herleiten, Aber das ist nur eine Vermutung meinerseits.

16:125 Lade ein zum Weg Deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und debattiere mit ihnen auf die beste Art und Weise! Dein Herr ist es, Der am besten weiß, wer sich von Seinem Weg abwendet und wer zur Rechtleitung findet (Azhar)

16:125 16:125 You shall invite to the path of your Lord with wisdom and kind enlightenment, and debate with them in the best possible manner. Your Lord knows best who has strayed from His path, and He knows best who are the guided ones. (Rashad Khalifa)

Liebe Grüße
Kerstin
Freitag, den 02. April 2010 um 00:15 Uhr
Salam

Man soll unterscheiden zwischen Dawa = als Missionierung oder als Einladung.
Die Missionierung ist eher organisatorisch und mit dem Gemeinde-System verbunden.
Die Einladung ereignet sich durch die Herzlichkeit des Gastgebers zu seinem Gast. Deshalb heißt es in mehreren Versen, dass bestimmte Leute die Aufgaben, die im Normalfall ein Gesandter tut, nachgehen, in dem sie das Gute gebieten und das Schlechte verbieten.

3:104 Es sollte unter euch eine Gemeinschaft sein, die zum Rechten auffordert und das Gute gebietet und das Böse verwehrt. Diese allein sollen Erfolg haben.

In diesen Versen kannst du dann genau sehen, um welche Leute es handelt:
3:104, 3:110, 3:114, 7:157, 9:71, 9:112, 22:41, 31:17

Salam
16Samstag, den 12. Juni 2010 um 18:20 Uhr
Kibesh
Salam,

ich habe gehört das das Wort "töten" 187 Mal im Koran vorkommen soll, davon 25 mal im Imperativ(heißt es ist bis heute gültig), in wie fern stimmt diese aussage und können sie mir einige dieser Verse erklären?
Sonntag, den 13. Juni 2010 um 12:14 Uhr
Kerem Adıgüzel
Salam,

Danke für die Frage! Die Wurzel Qaf-Ta-Lam kommt im Koran als Imperativ 31 Mal vor (in der Bedeutung "töte/tötet" oder "kämpfe/kämpft") und die meisten dieser Verse haben den Sinn, wie es im Artikel Anweisungen IM Krieg erklärt wird. Falls einer oder einige dieser Verse (nachfolgend die Liste mit den Versen, in denen die 31 Vorkommnisse sind) unklar bleiben sollten, kann ich gerne bei einer genaueren Frage weiterhelfen mit Gottes Erlaubnis.

2:54, 2:190, 2:191, 2:193, 3:167, 4:66, 4:76, 4:84, 4:89, 4:91, 5:24, 8:39, 9:5, 9:12, 9:14, 9:29, 9:36, 9:123, 12:9, 29:24, 40:25, 49:9

Die Wurzel QaTaLa kommt im Koran 170 Mal vor. Weitere Infos und die genauen Verse sind hier zu sehen:

QaTaLa auf openquran.org

Wünsche den Segen Gottes und verbleibe

mfG und in Frieden,
Kerem
Samstag, den 19. Juni 2010 um 14:46 Uhr
Kibesh
Vielen Dank für die Auskunft!

Was ich noch gerne wissen möchte ist, woran man genau erkennen kann, das Vers 9:5 z.B. für den Krieg gedacht ist.
Sonntag, den 20. Juni 2010 um 12:28 Uhr
EinSuchender
Hallo Kibesh!

Im folgenden Artikel wird die Sure 9 sehr ausführlich und verständlich erklärt:

Die Rhetorik von "Terror" und "Cihad": Eine Philosophische und Theologische Bewertung
17Dienstag, den 22. Juni 2010 um 19:41 Uhr
Kibesh
Danke für die Seite, hat mir sehr geholfen.

Eine Frage hätte ich noch: was halten sie eigentlich von Indizien im Koran. Ich meine damit Sachen wie, das Wort Tag kommt im Koran 365 mal vor, die Sure in der Mekka das erste mal erwähnt wird ist identisch mit den geografischen Koordinaten der STadt. Glauben Sie, dass diese Indizien eine Bedeutung haben oder sind es einfache Zahlenspiele, wie man sie überall findet?

Würde gerne ihre Meinung dazu hören.
Dienstag, den 22. Juni 2010 um 22:27 Uhr
Kerstin
Frieden

Zu diesem Thema finden Sie hier vieles Mathe im Koran

Liebe Grüße
Kerstin
18Donnerstag, den 15. Juli 2010 um 16:27 Uhr
Nazan
Selam,

ich bin mit einem Christen verheiratet, und bin seit 3 Monaten eine glückliche Mama. Mein Ehemann möchte, dass das Kind getauft wird, seinen Eltern zu Liebe, er wiederspricht sich, einerseits tut er das angeblich für seine Familie andererseits sagt er jetzt auch, dass unser Kind sein Glauben annehmen soll. Es war vorher nicht die Rede, es hieß vorher, unser Kind soll es selbst entscheiden...nun meine Frage, wenn mein Kind jetzt getauft wird, kann ich im Nachgang mein Kind konvertieren???? Ich dachte, kurz nach der Taufe gleich!!! Ist das möglich????Würde mich über Feedbacks freuen.

LG
Sonntag, den 18. Juli 2010 um 00:39 Uhr
Kerstin
Selam Nazan

zunächst einmal möchte ich Ihnen noch nachträglich zu der Geburt Ihres Kindes gratulieren Smile

Nun zu Ihrer Frage:
Ich persönlich fände es falsch, das Kind mit dem Gedanken taufen zu lassen, es kurz danach wieder zu konvertieren. Das geht ja auch nicht so einfach.Die Kindstaufe bedeutet ja in erster Linie dass das Kind Gott zugehörig ist und dass es in einer christlichen Gemeinschaft aufgenommen wird. Es ist also mehr ein symbolischer Akt. Das heißt aber nciht automatisch, dass das Kind später auch diese Glaubensrichtung annehmen wird. Es muss ich im Jugendalter durch Konfirmation, bzw. Kommunion noch einmal selbst dafür entscheiden. Auch wenn das Kind getauft ist, können Sie dem Kind auch in ihren Glauben erziehen, bzw. das Kind mit der Ausübung Ihres Glaubens bekannt machen. Das Kind lernst somit beide Religionen und die Ausübung kennen und kann und wird sich später selbst entscheiden. Beides sind ja monotheistische Religionen und Gott ist ja sowieso der gleiche Gott, es sind nur die Menschen die Unterscheide machen. Dass eine Erziehung in beiden Religionen gut gelingen kann, wenn sich beide Eltern einig sind, können Sie an folgendem Beispiel sehen:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2505462_0_6460_-christlich-muslimische-familie-eine-taufe-mit-imam.html

Am besten ist es Sie udn ihr Mann sprechen noch einmal darüber, wie jeder es sich vorstellt. Vielleicht haben Sie ja auch Gelegenheit sich mit andern gemischtreligiösen Familien auszutauschen. Für das Kind selbst ist es ja auch eine Chance und sicher eine Bereicherung beide Religionen direkt kennenlernen zu dürfen.

Ich wünsche Ihnen udn Ihrer Familie alles Gute.

Herzliche Grüße
Kerstin
19Donnerstag, den 12. August 2010 um 12:35 Uhr
ömür
Selam
Die Schöpfung von Satan (im Koran "Iblis" genannt) wird im Koran metaphorisch beschrieben, dass er aus "Feuer" erschaffen wurde.

Warum sollte dies nur metaphorisch gemeint sein. ich dachte iblis ist ein dschinn und dschinns sind ja auch nicht metaphorisch gemeint? könnte man mir dies bitte erklären.
selam
Sonntag, den 22. August 2010 um 23:34 Uhr
Kerstin
Selam Ömür,

mit metaphorisch ist hier nicht Iblis gemeint, sondern ich verstehe den Satz beim Lesen so, dass mit metaphorisch die "Schöpfung aus Feuer" gemeint ist.

"Die Schöpfung von Satan (im Koran "Iblis" genannt) wird im Koran metaphorisch beschrieben, dass er aus "Feuer" erschaffen wurde."

Liebe Grüße und Frieden
Kerstin
20Mittwoch, den 08. September 2010 um 20:56 Uhr
Irfan.
Selam,

Erst einmal ein sehr großes Lob an Euch und Eure Antworten, sie sind immer sehr tiefgründig und schön zu lesen!
Nun aber zu meiner Frage, und zwar, kennen Sie Muhammad Asad und was halten Sie von Ihm und seiner Koran Übersetzung bzw. die Deutsche Fassung übersetzt von Yusuf Kuhn und Ahmad von Denffer !?

Vielen Dank im Voraus
Mittwoch, den 15. September 2010 um 19:35 Uhr
Irfan
Wäre froh wenn mir jemand antworten würde ... Sad
Mittwoch, den 15. September 2010 um 19:58 Uhr
Kerstin
Salam Irfan

ich persönlich kann Ihnen da leider nicht weiterhelfen, aber schauen Sie doch mal in unser Forum, dort wurde auch schon einige Male über verschiedene Übersetzungen diskutiert. Ich glaube Andreas kennt die Übersetzung von M.Asad. Sie können sich im Forum anmelden oder aber einfach auch nur als Gast mitlesen. Die Suchfunktion geht meines Wissens auch als Gast. Also bei der Suchfunktion dann z.B. "Kornübersetzung" eingeben und die betreffenden threads werden dann angezeigt. Hier der link zum Forum: http://forum.alrahman.de

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit ein wenig weiterhelfen.

MfG und in Frieden
Kerstin Smile
21Samstag, den 05. Februar 2011 um 11:54 Uhr
Harun
Frieden und Segen von Gott sei stets mit euch,

Ich würde mich freuen, wenn auch ich, anhand Eures Wissens, auf dem Weg zur Rechtschaffenheit gestützt werde Smile.

Konnte leider zu den folgenden Versen keine eindeutige und mir erleuchtende Erklärung finden, so hoffe ich, dass einer aus Eurer Gruppe vielleicht versiert darin ist.

Sure 33 Vers 50:

"O Prophet, Wir haben dir (zu heiraten) erlaubt: deine Gattinnen, denen du ihren Lohn gegeben hast, das, was deine rechte Hand (an Sklavinnen) besitzt von dem, was Allah dir als Beute zugeteilt hat, die Töchter deiner Onkel väterlicherseits und die Töchter deiner Tanten väterlicherseits, die Töchter deiner Onkel mütterlicherseits und die Töchter deiner Tanten mütterlicherseits, die mit dir ausgewandert sind; auch eine (jede) gläubige Frau, wenn sie sich dem Propheten (ohne Gegenforderung) schenkt und falls der Prophet sie heiraten will: Dies ist dir vorbehalten unter Ausschluß der (übrigen) Gläubigen – Wir wissen wohl, was Wir ihnen hinsichtlich ihrer Gattinnen und dessen, was ihre rechte Hand (an Sklavinnen) besitzt, verpflichtend gemacht haben –, damit für dich kein Grund zur Bedrängnis bestehe. Und Allah ist Allvergebend und Barmherzig."

Vers 52:
"Darüber hinaus ist dir weder erlaubt, Frauen zu heiraten noch sie gegen (andere) Gattinnen einzutauschen, auch wenn ihre Schönheit dir gefallen sollte, mit Ausnahme dessen, was deine rechte Hand (an Sklavinnen) besitzt. Und Allah ist Wächter über alles."

1. Frage: Unterhielt unser Prophet(Friede, Segen und Barmherzigkeit sei mit ihm) sich Sklavinnen, welche z.B. aus Kriegsbeute resultierten?


2. Frage zu "..Dies ist dir vorbehalten unter Ausschluß der (übrigen) Gläubigen": Bedeutet es, dass diese Gesetze ausschließlich unserem Propheten (Friede, Segen und Barmherzigkeit sei mit ihm)vorbehalten sind und nicht weiter von Gläubigen beachtet werden dürfen?


Vers 53:
"...Und es steht euch nicht zu, dem Gesandten Allahs Leid zuzufügen, und auch nicht, jemals seine Gattinnen nach ihm zu heiraten."

3. Frage: Ein Gesetz, welches speziell unserem Propheten (Friede, Segen und Barmherzigkeit sei mit ihm) erlassen wurde, oder impliziert dieses, dass eine Witwe nicht geheiratet werden darf?

Vielen Dank schon einmal im Voraus für eure Zeit und Mühe!

Zudem kam ich, bei einer Eurer Antworten auf die Frage "1. Darf sich ein Muslim selbst befriedigen?" ins Grübeln.
Denn Eure Antwort neigte sich dem "Ja" hin. Kurz daraufhin aber bei der "Porno-Frage" hieß es:"Nehmen wir mal an, pornographischer Inhalt wäre erlaubt und in Ordnung. Wieso befürchten wir von unseren Müttern und vielen Mitmenschen beim Schauen erwischt zu werden und vergessen dabei Gott?"

Warum ich nun grübele, die Angst beim onanieren erwischt zu werden, ist, meiner Meinung nach, genau so groß, wie beim Schauen eines Pornos.
Und das Fußballern dies verboten ist, weist ein Gegenbeispiel zu "Wer sich mit diesem Thema in biologischer bzw. medizinischer Sicht befasst, wird sehen, dass Masturbation in vielen Fällen positiv ist".
So konnte ich auch keine medizinische Erkenntnis finden, welche Enthaltsamkeit, für die Allgemeinheit, als "ungesund" betitelt. (Ausnahmen bestätigen die Regel, darauf wollen wir ja nicht eingehen)
Damit möchte ich lediglich sagen, so einfach kann man dieses Thema, meiner Meinung nach, nicht mit "Ja, du darfst (sollst)" beantworten.

Darüber hinaus, halte ich all Eure Antworten und Artikel für äußerst hilfreich und weltoffen.
Möge Gott euch dafür belohnen und stärken!

Viele liebe Grüße
Harun
Sonntag, den 06. Februar 2011 um 14:58 Uhr
Kerem Adıgüzel
Frieden und Segen von Gott sei stets auch mit dir, lieber Bruder Harun!

Danke für die Fragen! Es freut uns immer sehr, wenn sich Menschen weitere Gedanken machen. Smile

Dass die Ausdrucksweise "ma malakat aymanukum" (was in eurer rechten Hand ist) als Sklavinnen interpretiert wird, ist eine Folge der falschen Vorstellungen der früheren Gelehrten - ob sie nun für sich selbst eine Legitimation suchten, um sich Sklavinnen halten zu können, oder weil sie aufrichtig daran glaubten, dass das richtig sei.

So lautet also die Antwort zur 1. Frage: Nein. Der Koran schreibt vor, "gefangen genommene" Sklaven zu befreien - denn das ist der Weg Gottes (sunnatullah).

Die 2. Frage wird mit "ja" beantwortet. Der Prophet ist der einzige Mann gewesen, der von Gott diese Erlaubnis erhalten hat. Nur der Prophet durfte Frauen heiraten, ohne eine Morgengabe geben zu müssen, FALLS die Frau darauf verzichten wollte. In diesem Vers ist dies aber nur das einzige Gesetz, wir können also nicht von GesetzEN sprechen.

Zur 3. Frage: Eine Witwe des Propheten durfte nicht mehr geheiratet werden, korrekt.

Was das Masturbieren angeht und die Angst, dabei erwischt zu werden - so hast Du Recht. Viele Menschen empfinden eine Scham dabei, wenn sie "erwischt" werden. Allerdings ist der Umstand ein wenig anders. Pornographie ist etwas Obszönes, etwas, was das Gehirn mit falschen Eindrücken füttert und das Bild der Wirklichkeit verzerrt. Sie ist auch ein Eingriff in die Privatsphäre von anderen Menschen. Masturbation hingegen ist gegenüber sich selbst gerichtet. So wie alles im Leben kann auch Masturbation zu gesundheitlichen Schäden führen. So gibt es Menschen, die dies zu einer Sucht werden lassen. Andere wiederum brauchen es weniger oder gar nicht. Das ist eine individuelle Angelegenheit. Auf jeden Fall ist es aber nicht gesund für die Psyche, wenn wir das Masturbieren als eine teuflische Sache ansehen und es Menschen gibt, die sich aus irgendwelchen Gründen irgendwann mal befriedigen müssen. Die körperlichen Bedürfnisse sind da, diese können wir nicht bedecken (kufr) bzw. verleugnen. Es geht um den positiven, richtigen und gesunden Umgang damit. Nicht um ein "sollen", sondern ein selbstverständliches "dürfen", die eigene Privatssphäre wahrend. Ich hoffe, dass ich es nun klarer darstellen konnte. Smile

Möge Gott uns alle belohnen und stärken. Smile

MfG und in Frieden,
Kerem
Sonntag, den 06. Februar 2011 um 18:26 Uhr
Harun
Friede sei mit Dir Bruder Kerem,

ich konnte auf meiner Suche, nach der Erklärung auch zu einer weiteren Erkenntnis kommen, dass unser Prophet(Friede, Segen und Barmherzigkeit sei mit ihm) "Sklaven", welche z.B. aus Kriegen in seine Obhut fielen, nur deswegen unterhielt, um diese Schritt für Schritt zu sozialisieren. Sprich, um ihnen lesen, schreiben, Weisheiten und anderes bei zu bringen, damit er sie nach diesem, mit der Notwendigkeit in einer Gesellschaft zu überleben, frei lassen konnte. Wie du schon sagtest Bruder, kämpft der Islam zur Abschaffung der Sklaven, deswegen kann es nicht als Unterdrückung verstanden werden.
Ich danke Dir Bruder für deine hilfreiche Antwort.

Zur Masturbation kann ich noch folgende Gedankengänge anhängen, der Inhalt, welcher im Porno aufgenommen wird, unterscheidet sich grob gesehen nicht mit dem Inhalt, welchen man im Kopf während der Masturbation produziert. Zudem, wenn man verheiratet ist und weiterhin masturbiert, könnte man mit der Zeit, die Aufgabe und den Spaß an dem Sex in der Ehe verlieren (vernachlässigen), da man in der Masturbation leicht dazu verführt wird an andere Frauen zu denken und sich somit in der Begierde von seiner Frau entfernt. Sowie vor der Ehe, man das Bedürfnis nach Heirat nicht so eng sieht, wie als wenn man zudem das Bedürfnis besitzt, seine Triebe in richtiger Weise auszuleben.

"Die körperlichen Bedürfnisse sind da" - Ja jedoch müssen wir, denke ich, jede unserer körperlichen Bedürfnisse an richtiger Stelle und zur richtigen Zeit benutzen. Jetzt mal unschön ausgedrückt, du vollbringst dein "Geschäft" ja auch nicht sofort an Ort und Stelle, wenn es gerade drückt...Smile.

"wenn wir das Masturbieren als eine teuflische Sache ansehen" - Natürlich sollten wir diesen Prozess auch nicht extremisieren. Wenn ich "mal" eine Zigarette rauche, sagt auch keiner "das ist eine teuflische Sache". Jedoch schadet die Zigarette kurzzeitig meinem Körper und ähnlich schadet vielleicht die Masturbation kurzzeitig meiner Seele. Und beides, wie du schon sagtest, kann bei einer häufigen Ausübung äußerst schädlich werden. Somit sollte man vielleicht erst gar nicht eine "Zigarette" rauchen um vorzubeugen, und falls man süchtig geworden ist, versuchen wieder aufzuhören. Jeder Rückstoß in einer Sucht, sollte immer eine Motivation sein um wieder aufzuhören.

Ich wünsche Dir von Gott Segen, Frieden und stets Kraft auf Deinem Weg Bruder und bedanke mich nochmal vielmals für Deine schnelle und aussagekräftige Antwort!
Liebe Grüße
Harun
22Dienstag, den 02. August 2011 um 09:08 Uhr
ichschreiber
Hallo, ich (geboren in Polen,1989 dank Mutter und Vater nach ger. gezogen)habe sehr früh "Gott, Religion/en"wahrgenommen!
und für mich als unverständliches "Ding" versucht zu akzeptieren, weil meiner Mutter es wichtig ist und ihr oft hilft!
Leider merke ich aber immer deutlicher..wie wütend mich dieses Kasperle Theater macht!! ganz ehrlich..alle, ob Christ,Buddhist, Jude, Orthodoxe, Hippies die Natur kreise machen,Sonnenanbeter auch Muslime alle die sagen sie glauben..Bitte öffnet mal die Augen und nur für einen Moment, wie wollt ihr dieses Bild rechtfertigen, was seht ihr Paradiesische Zustände? Hoffnung auf Erlösung oder weiß der Teufel was euer Wille ist...ich weiß, ihr seit bestimmt als sehr gute Menschen, Nachbarn, Freunde, das sind wir alle. Auch die nicht Glauben! ich bin vielleicht noch schlimmer, dann gehe ich aber freiwillig in die Hölle....
Es tut mir Leid aber so sind meine Gedanken...aber es sind Meine!!

Eigentlich wollt ich dir nur für diese Seite Danken! Für die Möglichkeit Fragen stellen zu dürfen und der Möglichkeit etwas neues lernen zu dürfen! EHRLICH

mfg S.Sch
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