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Aus dem Koran

55:1-2 Der Gnädige lehrt den Koran.

75:19 Dann ist es Unsere Aufgabe, seine Bedeutung darzulegen.

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Mein Feind das "Ich" PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Kerem Adıgüzel   
Samstag, den 16. Januar 2010 um 19:13 Uhr

(Inspiriert durch den Film Revolver)

Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem verworfenen Teufel
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Einen Moment. Wieso suche ich Zuflucht vor dem verworfenen Teufel? Hab ich den Satz soeben überhaupt bewusst gefühlt, gelesen und verstanden? Was hat der Teufel mit meinen Gedanken zu tun? Was macht den Teufel aus, so dass er der Verworfene ist und ich ihn als meinen Feind sehen sollte? Was ist sein Wesen? In diesem Artikel geht es zusammengefasst um Folgendes:

Ihr größter Feind ist Ihr eigenes Selbstbild. Ihr „Ich“.

Das „Ich“ ist der beste Betrüger, den man sich vorstellen kann. Weil man es nicht sieht, hört oder schmeckt. Denn „den ärgsten Feind findet man dort, wo man ihn zuletzt erwartet.“ Das Problem ist, dass sich das „Ich“ dort versteckt. Nämlich in Ihnen selbst. Es verkauft seine Gedanken als die Ihren. Seine Gefühle als die Ihren. Sie halten es für sich! Und der größte Betrug ist, dass es Ihnen vorgaukelt: „Ich bin du!“

Wie fühlt es sich jetzt an, wenn Sie als tief gläubiger Mensch den folgenden Satz lesen und versuchen zu glauben: man fand heraus, dass es auf keinen Fall eine Gottheit in irgendeiner Form geben kann?
Wie fühlt es sich jetzt an, wenn Sie als überzeugter Atheist den folgenden Satz lesen und annehmen müssten: Gottes Existenz ist unweigerlich zu akzeptieren!

Erste Regel des Gewerbes: Beschütze deine Anlage.

Das Selbstbild des „Ich“ ist im Moment gefährdet. Menschen verteidigen notwendigerweise ihr eigenes „Ich“. Sie könnten dafür lügen, betrügen, stehlen, gar morden. Sie werden alles tun, was notwendig ist, um das aufrechtzuerhalten, was man „Die Grenzen des Ichs“ nennen könnte.

Wie der Abonnent, wenn er die Zeitung überflogen hat, für einen Augenblick die Illusion genießt, er wisse nun in der Welt für vierundzwanzig Stunden Bescheid und es sei im Grunde nichts passiert, als was kluge Redakteure schon in der Donnerstagsnummer teilweise vorausgesagt hätten, ganz ebenso malt und lügt sich jeder von uns jeden Tag und jede Stunde den Urwald der Geheimnisse in einen hübschen Garten oder in eine flache, übersichtliche Landkarte um, der Moralist mit Hilfe seiner Maximen, der Religiöse mit Hilfe seines Glaubens, der Ingenieur mit Hilfe seiner Rechenschieber, der Maler mit Hilfe seiner Palette und der Dichter mit Hilfe seiner Vorbilder und Ideale.
- Aus „Geheimnisse“ von Hermann Hesse, 1947

Der Verstand versteht nur schwer, dass es noch etwas gibt, das hinter ihm steht. Etwas von scheinbar größerem Wert und von größerer Macht, die Wahrheit zu verleugnen, als es selbst. Die Leute haben keine Ahnung, dass sie im Gefängnis sitzen. Sie wissen nicht, dass es ein „Ich“ gibt. Sie kennen den Unterschied nicht. Die Frage klärt sich, wie wir unsere Feinde erhalten. Durch das Erfinden eines äußeren Feindes erschaffen wir uns gewöhnlich reale Feinde. Und das wird dann zu einer realen Gefahr für das „Ich“, obwohl es auch dessen Schöpfung ist. Daran erkennen wir, dass all unsere Feinde unsere eigene Erfindung sind. Das „Ich“ meldet sich sofort: Bedeutet das jetzt, dass wenn mir ein Amokläufer begegnet und mich erschießt, dass ich mir ihn nur selbst erschaffen habe? Wenn eine Frau vergewaltigt wird, ist sie dann selbst schuld? Ich lade Sie ein darüber nachzudenken. Welche Bilder kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie im obigen Kontext „Feind“ lesen?

In Religionen ist das „Ich“ in der Figur des Teufels manifestiert. Natürlich realisiert niemand, wie klug das „Ich“ ist, denn es lässt den Teufel zu, und man kann die Schuld von sich weisen.
Etwas wie einen „äußeren Feind“ gibt es aber nicht. Egal, was die Stimme in Ihrem Kopf Ihnen sagt. Alle Feindbilder, die wir haben, sind nur Projektionen des „Ichs“ als der Feind selbst. Der Teufel ist keine Person oder kein fixes Wesen außerhalb von uns. Er flüstert uns Dinge ein, indem er uns vorgaukelt unsere Seele zu sein. Er steht für den Mangel an Gutem in uns; er ist unsere schlechte Seite, die schlecht zu uns redet. Der Teufel unterliegt jedoch der Kontrolle Gottes, wenn wir also mit reinem Herzen an Gott und an Seine Barmherzigkeit glauben, müssen wir den Teufel nicht fürchten und haben Gewissheit, dass das „Ich“ bzw. der Teufel uns nichts einreden wird. Atheisten entgeht in dieser Hinsicht ein enormes Potential. Noch schlimmer ist es aber als Gläubiger zu leben, der das „Ich“ nicht als Gegner versteht. Diese haben oft ein dunkleres Licht als viele Atheisten. Ihre Selbsttäuschung ist nämlich schlimmer. Sie haben es überhaupt nicht begriffen, dass sich der Teufel insbesondere dort pudelwohl fühlt, wo man ihn sich am wenigsten vorstellt. Einige haben das Spiel mit dem Teufel begriffen, aber unterschätzen es gewaltig. Auch diese werden wohl ihr Licht nicht gepflegt haben können. Man könnte an dieser Stelle sogar noch einen Unterschied zwischen dem „Ich“ und dem Teufel vornehmen, allerdings würde das die Situation noch unnötig verkomplizieren. Seien Sie Ihr eigener Gegner!

Man wird nur schlauer, wenn man gegen schlauere Gegner spielt.

Ein Beispiel eines solchen Gläubigen: Gottes Wort als Dekoration oder Talisman bei sich zu haben in Form eines kleinen Büchleins oder ähnlichem (etwa als Aufhänger an der Wand) aber seine innere Botschaft zu missachten, ist zu vergleichen mit einem Esel, der auf seinem Rücken Bücher trägt. Der Teufel hat in dieser Hinsicht bei Millionen von „Muslimen“ ganze Arbeit geleistet. Das „Ich“ gaukelt uns vor, dass man Angst vor den Reaktionen der Anderen haben müsse, wenn man die Botschaft ernst nimmt. Es gaukelt uns manchmal gar vor, dass es ausreiche, seiner inneren Intuition zu folgen und den Glauben einfach nur im Herzen zu tragen. Es gaukelt uns vor, dass Wissen nicht immer nötig sei, das bisher Gelernte täte es auch. Es gaukelt uns vor, dass die Mehrheit eher Recht hat. Es gaukelt uns vor, dass Ideen, Traditionen und Rituale Gültigkeit besitzen, weil sie Jahrhunderte überlebt haben.

Viele Feindseligkeiten, besonders im Bereich des Denkens, gehen auf Nichtverstehen zurück und auf Unklarheiten, die aus der verbreiteten Neigung resultieren, die eigenen Vorstellungen als dasselbe zu begreifen wie das, was man wirklich vor sich hat. Diese Unklarheit sowie das von ihr hervorgerufene Unverständnis, die Feindseligkeit und die Ablehnung nehmen noch zu, wenn die eigenen Vorstellungen alt und fest verankert sind, da sie durch ihr Alter geadelt sind und ihnen so eine Legitimität zukommt, die unantastbar ist und der man nicht zu nahe treten darf, da sie einen Aspekt von Heiligkeit besitzt.
- Aus „Gottes Menschenwort“ von Nasr Hamid Abu Zaid

Das „Ich“ schmeichelt und erschreckt, schüchtert ein und ermutigt.
Der Teufel schmeichelt und erschreckt, schüchtert ein und ermutigt.

Das „Ich“ hilft uns ausgesprochen intensiv dabei, scheinbar plausible Begründungen für unser Denken zu finden. Im Anschluss verschafft es uns dieses gute Gefühl der Bequemlichkeit bei diesem Gedanken. Wieso ist es dermaßen schwierig, Gewohnheiten abzulegen? (Natürlich hat die biologische Seite einen beträchtlichen Anteil daran. Nicht minder zu bewerten ist der psychologische.) Wieso ist es dermaßen kräftezehrend, neue Ideen zu verstehen. Insbesondere solche, die unserem eigenen Weltbild widersprechen? Wir alle sollten uns fragen, wo wir nicht bereit sind uns auf etwas einzulassen und warum. Ist es so, dass wir wirklich keine Lust dazu verspüren oder ist es so, dass wir es aus Vorurteilen und Mangel an Wissen tun? Es ist auch schwierig zuzugeben, dass man einen Fehler gemacht hat. Wieso eigentlich?

Ein weiteres Beispiel: Sprechen Sie Menschen im Alltag an? Wenn nicht, wieso? Wenn ja, wieso? Es gibt natürlich keine absoluten Antworten auf diese Fragen. Ich möchte in diesem Fall die einfachere Seite durchleuchten. Das Nicht-Ansprechen. Dabei lassen sich oft Muster erkennen, die eigentlich nur Abbilder des „Ich“ sind. Was ist, wenn man schlecht auffällt? Was ist wenn das Gesagte als anstoßend empfunden wird? Was ist, wenn mein Gegenüber keine Zeit hat oder nicht reden will oder kann? „Sprich nicht zu Fremden“, hat meine Mutter mir immer gesagt…

Dies ist eine brutale Form des „Kopf zerbrechen“. Das „Ich“ sucht nach Wegen, um das bisherige Leben aufrecht zu erhalten und es findet viele Gründe dafür, wieso es „gut“ so sei. Unser Hirn nimmt diese Gedanken auf, speichert sie und die entsprechende Situation als Beispielerlebnis ab und wartet auf die nächste Ladung an „Ich“- oder sonstigen Gedanken. Damit lassen Sie Verhaltensweisen zu, die Ihr „Ich“ Ihnen vorgaukelt. Aber dennoch ist es nicht Sie! Sie können diese Art von Gedanken leicht behandeln und abwerfen, indem Sie therapeutisch vorgehen und sich selbst die schlimmste Situation vorstellen, die auftreten könnte. Ein böser Blick, Sie werden ignoriert oder der Mensch wendet sich von Ihnen ab und wechselt seinen Platz. Ist das schlimm? Oder machen wir es uns selber schlimm? Wenn sich nun ein Mensch nicht darum kümmert, ob er abgelehnt wird oder nicht, so wird er auch die Ablehnung verkraften können. Erst unser „Ich“ redet uns eine gewisse Vorstellung ein und wir verinnerlichen die Gedanken zunehmend.

Wenn Sie auf die Frage des Ansprechens in beiden Fällen wahrheitsgetreu antworten können, dass Sie Menschen ansprechen oder es sein lassen, wenn Sie es wahrhaftig wollen, dann haben Sie den Einfluss des „Ich“ gut eingedämmt. Das wahrhaftige Wollen könnte man so umschreiben, dass man sich nicht allzu viele Gedanken darum macht, sondern es einfach tut. Wenn Sie eine lange Liste von Begründungen für die eine oder andere Frage bereit halten, dann hat Sie das „Ich“ noch nicht losgelassen.

Der Teufel steht für das Abgleiten vom Weg des Lichts – die Versuchung der Bequemlichkeit und dem „Ich“ zu erliegen, statt sich auf Gott zu konzentrieren. Es ist kein Zufall, dass der Schöpfer und Ewige uns mitteilt, dass wir aus Seinem Heiligen Atem gemacht sind. Deshalb suchte ich eingangs mit mir höchstmöglicher Aufmerksamkeit Zuflucht vor dem Teufel. Damit mein Herz und meine Seele möglichst rein und fern vom „Ich“ sind. Damit meine Seele zurück zu Gott findet. Selbst bei banalen alltäglichen Dingen.

Hinterfragen Sie Ihre Gedanken, Meinungen und Verhaltensweisen! Probieren Sie Neues aus ohne Angst zu haben, was andere von Ihnen denken könnten, wenn Sie es für rein und richtig halten! Gehen Sie auf Entdeckungssuche nach sich selbst, nach Ihrer wahren und reinen Seele!

Auch noch der geistigste und gebildetste Mensch sieht die Welt und sich selbst beständig durch die Brille sehr naiver, vereinfachender und umlügender Formeln an – am meisten aber sich selbst! Denn es ist ein, wie es scheint, eingeborenes und völlig zwanghaft wirkendes Bedürfnis aller Menschen, dass jeder sein Ich als eine Einheit sich vorstelle… Wenn nun also ein Mensch schon dazu vorschreitet, die eingebildete Einheit des Ichs zur Zweiheit auszudehnen, so ist er schon beinahe ein Genie, jedenfalls aber eine seltene und interessante Ausnahme. In Wirklichkeit aber ist kein Ich, auch nicht das naivste, eine Einheit, sondern eine höchst vielfältige Welt, ein kleiner Sternenhimmel, ein Chaos von Formen, von Stufen und Zuständen, von Erbschaften und Möglichkeiten.
- Aus „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse

Das „Ich“ ist unglaublich klug. Es passt sich jeder Situation neu an und nimmt Formen an, die fast, wirklich nur fast nicht zu entdecken sind. Man kann religiös gesehen sich sehr weit entwickelt haben, was die Eliminierung des „Ich“ angeht. Man kann ein angesehener Akademiker sein, der sich nicht von eingefahrenen Ideen abschrecken lässt, die das „Ich“ akzeptiert und vehement verteidigt. Als Künstler kann man in seiner Kunst zum Pionier werden, weil man das Spiel gegen das „Ich“ gewonnen hat. Doch wehe es sind Bereiche, denen wir uns noch zu wenig gewidmet haben! Das „Ich“ hat immer einen gewissen Vorsprung und ist besonders dann aktiv, wenn wir unsere Seele nicht pflegen. Das „Ich“ ist ein äußerst guter Spieler. Es ist ein Experte darin, unsere Seele zum Opfer zu machen. Vor allem bei noch nicht weit entwickelten Bereichen unserer Seele.

Wie Sie aber auch sehen gibt es durchaus gute Möglichkeiten, diesem „Ich“ auf die Schliche zu kommen. Hinterfragen Sie Ihre eigenen Gedanken. Seien Sie unverfälscht ehrlich zu Ihrer Seele. Probieren Sie etwas Neues aus. Werfen Sie Gedanken über Bord, die Ihnen eine bestimmte Sicht einreden wollen.

Eins haben wir also gelernt, in jedem dieser Spiele gibt es einen Gegner und ein Opfer. Der Trick besteht darin zu erkennen, wann man das Opfer ist. Damit man zum Gegner werden kann. Nicht umsonst heißt es in den heiligen Schriften, dass man nur sich selbst wahrhaftig tadeln und bessern kann. Dieser erste Schritt kann aber auf unterschiedliche Art und Weise schmerzhaft sein. Die Freude und das Aufgehen im Moment werden dafür umso intensiver sein.

Alles, was von Wert ist, setzt manchmal voraus, dass wir kurzfristig irgendeine Form des Schmerzes hinnehmen, um langfristig Freude zu gewinnen.

In gewissen Religionen wird der Zustand der vollkommenen Eliminierung des „Ich“ als Nirwana oder als Erleuchtung beschrieben. Die Wurzel der arabischen Worte Muslim (Ergebener), Islam (Hingabe) und Salaam (Frieden) beinhaltet nicht von ungefähr unter anderem die Bedeutung von „in tadellosem Zustand, perfekt sein“. Es geht um den Zustand vollkommener Liebe und Barmherzigkeit. Liebe, die keine Erwartungen in sich trägt. Man liebt nicht aus einer Position der Schwäche, sondern einfach weil es richtig ist. Man erhofft sich nichts. Auch diesem Zustand kann man sich in gewisser Weise annähern, denn jeder Mensch trägt den Hauch Gottes in sich. Er weiß also bereits Bescheid um seine Verbindung, nur wurde sie zurück gedrängt in die unterbewusste Ebene, wo sie bei vielen Menschen leider verkümmert. Dies ist der Einfluss des „Ich“.

Wir strahlen das aus, woran wir tief im Inneren glauben. Das Licht, das ein Mensch ausstrahlt, kann man nicht kontrollieren. Man kann es vielleicht sehr gut überspielen, aber authentische Menschen wissen, was einen Menschen wirklich ausmacht. Denn diese haben aufgrund ihrer Verbindung zu ihrer eigenen Seele erkannt, wie man das Licht eines Menschen sieht. Dazu gibt es keine Lernanleitung, sie können es einfach.

Festgefahrene Glaubenssätze sind kein Halt im Leben, im Gegenteil, durch sie argumentieren wir gegen uns selbst! Unser „Ich“ gibt schnelle Antworten auf die Fragen, die wir stellen. Wenn ich beispielsweise nach Gründen suche, warum ich bei meinen Mitmenschen nicht gut ankomme, so werden diese gefunden. Wir machen uns selbst zum Feind, wir belügen uns selbst an. Das „Ich“ findet tausend Gründe, warum das so ist. Dadurch geschieht es auch oft, dass wir unserem „Ich“ ein schädliches Vertrauen schenken.
Durchbrechen Sie diesen Teufelskreis!
(Denken Sie für sich selbst einen Moment darüber nach, was der „Teufel“ im Wort „Teufelskreis“ wirklich bedeutet.)

Ein wirksames Mittel gegen das „Ich“ ist es, im JETZT zu leben. Dies ist zwar keine absolute Lösung, aber durch das Leben im JETZT werden Sie aufmerksamer. Aufmerksamer gegenüber Ihrer Seele und gegenüber den Seelen anderer Mitmenschen. Ob Sie dann damit etwas anfangen wollen, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Sie können dieses „im JETZT leben“ trainieren, indem Sie jeden Morgen fünf Minuten versuchen, sich auf Ihren Atem zu konzentrieren. Es geht dabei nicht primär um die Konzentration auf den Atem, sondern darum im JETZT zu sein. Sie können auch andere Tätigkeiten wählen wie das bewusste Hören der Natur, das Fühlen des Windes, das Riechen vom Essen, Beobachten von Menschen am Bahnhof etc. Grübeln Sie nicht nach, gehen Sie im Moment auf. Werden Sie EINS mit Ihrer Umgebung. Dann wird es Ihnen einfacher fallen, zu lieben.

Ein verwirklichtes Wesen kann gar nicht anders als ein Segen für die Welt sein. Sein Dasein allein ist schon das höchste Gut.

„Die Ursache Ihres Leids liegt nicht im Leben draußen, sondern in Ihnen als Ihr Ego. Sie legen sich selbst Begrenzungen auf und machen dann vergebliche Anstrengungen, sie zu überwinden.“
- Ramana Maharshi, Sei, was du bist!”

 

 
Kommentare (8)
1Sonntag, den 17. Januar 2010 um 18:05 Uhr
Andreas Heisig
Salam Kerem!

Erstklassiger Artikel!

Wa salam
2Montag, den 18. Januar 2010 um 08:35 Uhr
Berrin Demir
Selam,

Sehr schöner Artikel, was das ,,Ich" betrifft.
Ich denke der Kampf mit dem Ego ist den meisten Menschen bewusst. Ob Sie den Kampf nun aufnehmen oder nicht.
Sie verbinden hier aber den Teufel mit dem Ich. Meinen Sie damit, dass der Teufel im Koran nur metaphorisch gemeint ist?

In Frieden...
Mittwoch, den 20. Januar 2010 um 22:38 Uhr
Kerem Adıgüzel
Salaam,

Was diese Welt angeht, so ist der Teufel metaphorisch zu verstehen. Oder anders gesagt in einem psychologischen Rahmen oder Kontext.

Allerdings existiert der Teufel, da er klar vom Koran als solcher dargestellt wird. Im Jenseits werden wir so Gott will eine bessere Vorstellung davon haben, was der Teufel wirklich ist.

Danke für den Kommentar!

mfG und in Frieden,
Kerem
3Mittwoch, den 24. März 2010 um 02:52 Uhr
Es geht nicht darum, das Ego zu bekämpfen, das hat zur Folge, daß das Ego mit Killerego aufgeladen wird: Das Ego gewinnt. Es geht um Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit erschafft die Welt. Wohin Ich die Aufmerksamkeit richte, das ist Wirklichkeit. Nur das, was gesehen wird, existiert. Also richte ich die Aufmerksamkeit der Liebe und dem Guten zu - So verschwindet das Ego Smile

Gruß, stöbere gerne in ihren Seiten
Freitag, den 26. März 2010 um 08:27 Uhr
Kerem Adıgüzel
Frieden und Hallo Nils!

Wir sprechen beide von ein und demselben Prozess, dem inneren Vorgang. Einige können diesen als Kampf verstehen. Andere sehen die gleiche Situation als "Aufmerksamkeit nach innen". Für die meisten wird es in erster Linie ein Kampf sein. Erst, wenn wir eine gewisse Zeit im Kampf betrachtet haben, können wir von Aufmerksamkeit sprechen oder dies so betrachten.

Die Wörter wie "Liebe" und das "Gute" klingen schön. Wichtiger ist jedoch, dass wir den verschiedenen Formen von diesen beiden eine Chance gewähren und sie in all ihren Formen kennen lernen. "Jeder Mensch liebt anders" und diese Liebe wird wiederum nicht unbedingt anderen Menschen gefallen.

Aber im Prinzip gebe ich Ihnen Recht. Und danke für Ihren Kommentar!

mfG und in Frieden,
Kerem
4Dienstag, den 25. Januar 2011 um 13:48 Uhr
Florian
ehrlich gesagt finde ich keine worte um zu bescheriben was mir gerade alles im kopf herumirrt und ob das ueberhaupt ich bin der darüber nachdenkt
5Donnerstag, den 07. Juli 2011 um 08:09 Uhr
Mawe
denn da hat jemand den Film Revolver gesehen und verstanden..Wink
Donnerstag, den 07. Juli 2011 um 09:54 Uhr
Kerem Adıgüzel
Salam,

Stimmt. Aber wurde ja auch zu Beginn angemerkt. Smile Den Anstoß habe ich durch diesen Film erhalten. Da aber das Drumherum im Film typische Filmszenerie ist, um die Menschen auch zu unterhalten, wollte ich den Fokus neu setzen und mich auf das Wesentliche konzentrieren und dies genauer beleuchten.

Ich habe auch andere Filme gesehen und Bücher gelesen, die zu diesem Artikel beigetragen haben. Ebenso all die Gespräche mit Mitmenschen, die mich geprägt haben - Gläubige wie auch Atheisten. Würde ich all diese hier auflisten, käme ich nicht weit.

MfG und in Frieden,
Kerem
6Mittwoch, den 10. August 2011 um 01:39 Uhr
Emre
Hallo Kerem!

Ich habe den Film zwar nicht gesehen, aber ich glaube das ist auch nicht zwingend notwendig um Deinen Artikel zu lesen. Oder vielleicht doch?!? Denn ich kann Dir nicht ganz folgenden. Du sprichst vom "Ich" ohne es klar zu definieren. Das "Ich", das ich kenne, entsteht aus zwei grundlegenden Einflüssen: dem bewussten und dem unbewussten Teil von uns. Der bewusste Teil ist die Seele. Der unbewusste Teil ist der Körper. Das "Ich" ist also ein "Wir". In Deinem Artiel stellst Du das "Ich" als etwas Schlechtes, bzw. Böses dar, dass "Uns" z.B. schlechte Dinge einflüstert. Vielleicht sprichst Du vom "Nefs", das wäre unser Körper, der durch frühere äußere Einflüsse gewisse Muster und Zwänge hat. Ich würde ihn aber nicht als Teufel, oder seine Eigenheiten als etwas Schlechtes bezeichnen. Aber ich stimme Dir zu, dass es wichtig ist, sich mit der Inneren Stimme auseinander zu setzen. Dadurch entwickelt man das "Wir". Aber ich glaube, es wäre falsch, den "Nefs" (Körper) als Teufel oder Feind zu sehen. Er ist meines Erachtens unser bester Freund. Anstatt ihn als Feindbild abzustempeln, sollte man ihn lieben. Deine Worte: keine Feindbilder schaffen - bedingungslos lieben. Warum also nicht auch "Mich"? Smile

LG, Emre
Montag, den 15. August 2011 um 21:20 Uhr
Kerem Adıgüzel
Salam Bruder Emre,

Nein, den Film gesehen zu haben ist nicht notwendig. Du hast Recht, das "Ich" habe ich nicht wirklich definiert. Eine Definition zu setzen sah ich auch nicht als brauchbar an. Ich versuchte eher einen bestimmten Einfluss des "Ich" zu beschreiben. Ob dieser nun durch körperliche Gewohnheiten, entwickelten Gelüsten oder neuen Neigungen entsteht ist eine ganz andere Angelegenheit. Ob der Nefs allein diesen "äußeren Einflüssen" ausgesetzt ist, ebenfalls eine andere Frage. Bei solchen Themen wird es schwer sein, bei der Wortwahl auf einen für alle zufriedenstellenden gemeinsamen Nenner zu kommen. Wichtiger ist aber, dass wir dasselbe sehen. Und das ist für mich in deinen folgenden Worten bemerkbar:
wichtig ist, sich mit der Inneren Stimme auseinander zu setzen. Dadurch entwickelt man das "Wir".
Das Wort "Feind" ist nicht wirklich als aggressive Feindseligkeit zu verstehen. Vielmehr auch im Sinne als "ständiger Gegner, der mir im Weg stehen kann". Und das "Ich" ist das beste Beispiel für diesen "Feind". Es kann aber durchaus sein, und dort haben wir uns selbst zu lieben, dass das "Ich" nicht im Weg steht, sondern uns fördert. Dies zu erkennen ist das Ergebnis des aktiven Zuhörens unserer inneren Stimme.

Vielen Dank für deine Gedanken!

Liebe Grüße und in Frieden,
Kerem
7Dienstag, den 16. August 2011 um 14:09 Uhr
Emre
dein Kommentar Smile
8Freitag, den 02. September 2011 um 16:54 Uhr
LeylaAlJamila
A´uzu billah min a-shaytan a-rajim!

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, frei von meinen unwillkürlichen, teilweise jähzornigen Reaktionen zu werden.
Zum Beispiel passiert es mir sehr oft, dass ich schnell beleidigt bin.
Oftmals hat aber keiner dafür Verständnis. Alle sind nur mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.
Für mich hört sich das alles sehr buddhistisch an.
Haben Sie sich damit beschäftigt?

Alles Gute.

Susanne
Sonntag, den 04. September 2011 um 10:19 Uhr
Kerstin
Salam Susanne

es ist gut, dass Sie ihr Problem erkannt haben und etwas daran ändern wollen. Das Erkennen des Problems und die Ehrlichkeit darüber sich selbst gegenüber ist der erste Schritt zur Veränderung.

Die Verständnislosigkeit anderer muss nicht zwangsläufig Interesselosigkeit sein, sondern kann auch ein "Nichtsehenwollen" sein, denn oft spiegelt man ja mit seinem Verhalten etwas, das auch im andern sitzt und die andern spiegeln Dinge in uns. Oder wie Hermann Hesse einmal schrieb: "Was nicht in uns selber sitzt, regt uns auch nicht auf"
Man muss also hinschauen, was genau das ist, was uns aufregt und uns unwillkürlich und emotional reagieren lässt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute
Kerstin Smile
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